Ein russischer Soldat am 8. Mai vor dem Mahnmal an der Straße des 17. Juni. 
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Moskau/Berlin/Wien – Für Russland und Deutschland habe der Tag eine besondere Symbolik, erklärte der Kreml am Freitag nach einem Telefonat der beiden. Im Zweiten Weltkrieg hatte Hitler-Deutschland 1941 die Sowjetunion überfallen. «Heute sind Russland und Deutschland Partner bei der Lösung vieler aktueller internationaler Probleme», teilte der Kreml mit. 

Putin und Merkel hätten die Absicht bestätigt, die Beziehungen konstruktiv zu gestalten. «Die Erinnerung an den Krieg und seine Schrecken müssten für alle Zeit wachgehalten werden», erklärte die Bundesregierung laut dpa.

Russland und Deutschland wollten ihre Beziehungen «weiterentwickeln», erklärte der russische Präsident laut der staatlichen russischen Nachrichtenagentur TASS. Alle Nationen sollten in der Corona-Krise eng und verständnisvoll zusammenarbeiten. 

In Österreich wandte sich Putin auf Einladung von Kanzler Sebastian Kurz per Videobotschaft an das Volk. Er wählte die Anrede: «Liebe Freunde! Grüß Gott!» Österreich feiert die Befreiung von den Nazis und ist Russland eng verbunden: Die Sowjetunion hatte sich bereits 1955 aus dem besetzen Land zurückgezogen. Österreich hatte sich als Bedingung zur immerwährenden Neutralität verpflichtet. 

Während in Deutschland der Tag der Befreiung begangen wird, feiert Russland an diesem Samstag den Tag des Sieges der Sowjetunion – einen Tag später, weil bei der Kapitulation der Wehrmacht am 8. Mai 1945 in Moskau schon der neue Tag angebrochen war. Die Sowjetunion hatte mit 27 Millionen Toten die meisten Opfer in Europa im Weltkrieg.

In Schreiben an die USA, Großbritannien und Frankreich würdigte Putin die Rolle der Anti-Hitler-Koalition im gemeinsamen Kampf um den Sieg. Die Erfahrung der Zusammenarbeit von damals sei auch heute gefragt, unterstrich er mit Blick auf die Corona-Pandemie.

Wegen Corona sagte Putin die größte Militärparade der russischen Geschichte für diesen Samstag ab. Sie soll später nachgeholt werden. Putin und Merkel vereinbarten nach Kremlangaben auch gegenseitige Unterstützung im Kampf gegen die Corona-Pandemie. Anders als in Deutschland verschärft sich die Lage in Russland massiv. Der tägliche Zuwachs an registrierten Fällen liegt hier bei mehr als 10 000.