Jerusalem - In einem mutmaßlichen Racheakt nach der Ermordung von drei Israelis ist einem Medienbericht zufolge ein palästinensischer Jugendlicher entführt und getötet worden. Wie der israelische Militärrundfunk am Mittwoch meldete, wurde der 17-jährige Junge am frühen Morgen in Ost-Jerusalem in ein Auto gezwungen. Einige Stunden später sei seine Leiche in einem anderen Stadtteil gefunden worden.

Es handele sich vermutlich um einen Racheakt für die Verschleppung und Ermordung der drei israelischen Jugendlichen, die die Öffentlichkeit tief entsetzt hatte.

Das Verschwinden der zwei 16-Jährigen und eines 19-Jährigen, die am 12. Juni entführt worden waren, als sie per Autostopp zwischen Bethlehem und Hebron unterwegs waren, hatte die israelische Öffentlichkeit über Wochen in Atem gehalten. Am Montag wurden ihre Leichen auf einem Feld beim Dorf Halhul nordwestlich von Hebron entdeckt - unweit der Stelle, wo sie zuletzt gesehen worden waren.

Jugendliche wurden beigesetzt

Die drei Jugendlichen wurden am Dienstag unter großer Anteilnahme beigesetzt. Zehntausende kamen zu der Trauerfeier für die Talmudschüler in Modiin, unter ihnen Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und Präsident Schimon Peres. Netanjahu machte die radikalislamische Hamas für die Tat verantwortlich und drohte mit Vergeltung.

Am Abend drohte er vor einer erneuten Sitzung des Sicherheitskabinetts mit einer Verstärkung der Bombenangriffe auf Stellungen der Hamas im Gazastreifen. Der Einsatz im Westjordanland werde parallel fortgesetzt. Laut dem Fernsehen schloss er aber eine Bodenoffensive im Gazastreifen oder die erneute Besetzung des Gebiets aus.

Bei der wochenlangen Suchaktion nach den Jugendlichen im Westjordanland hatten die israelischen Sicherheitskräfte 420 Palästinenser festgenommen, die meisten von ihnen Mitglieder der Hamas. Sechs Palästinenser wurde bei dem Einsatz bisher getötet. (afp)