Reaktionen der Berliner CDU: Großer Dank und Chance auf Neubeginn

Von Trauer keine Spur: Politiker und Politikerinnen der Berliner CDU zollen ihrer Kollegin und ehemaligen Chefin Respekt für ihre Entscheidung - und fordern die Profilschärfung der Partei. 

Berlin-Wenn die Berliner Christdemokraten überrascht, entsetzt oder vielleicht sogar traurig über Kramp-Karrenbauers Rücktrittsentscheidung gewesen sein sollten, haben sie das geschickt verborgen. „Die Entscheidung der Parteivorsitzenden, nicht als Kanzlerkandidatin anzutreten und auch den Parteivorsitz abzugeben, nehme ich mit Respekt zur Kenntnis“, sagt der Berliner Parteichef und Bundestagsabgeordnete Kai Wegner. „Für die geleistete Arbeit als Generalsekretärin und Vorsitzende der CDU Deutschlands danke ich Annegret Kramp-Karrenbauer.“

Der Berliner CDU-Chef Kai Wegner  dankt Annegret Kramp-Karrenbauer.
Der Berliner CDU-Chef Kai Wegner dankt Annegret Kramp-Karrenbauer.Foto: dpa/Jörg Carstensen

Unverfängliches, Dank- und Respektbekundungen

Ähnlich klingt Jan-Marco Luczak, Abgeordneter von Tempelhof-Schöneberg und Sprecher der Landesgruppe der CDU-Bundestagsabgeordneten. „Ich spreche Annegret Kramp-Karrenbauer für ihre Arbeit als CDU-Generalsekretärin und Vorsitzende in den vergangenen Jahren ausdrücklich meinen Dank aus. Ihre Entscheidung war mutig und verdient großen Respekt“, sagt Luczak.

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Parteichef Wegner wirft schon den Blick voraus. Er halte Kramp-Karrenbauers Schritt für richtig, sei er doch „die Chance der CDU für einen Neubeginn.“ Wegner zielt unter anderem auf die Ereignisse von Erfurt, wenn er davon spricht, die vergangenen Tage hätten „viele strittige Fragen nach dem Kurs, der Ausrichtung und den Grundwerten der CDU insgesamt aufgeworfen“.

Wegner: Anspruch, starke Volkspartei der Mitte zu bleiben

Für Wegner ist klar, was nun kommen muss: „Unsere Partei braucht jetzt an der Spitze eine Person, die ihr Profil gibt und die Partei wieder zusammenführt. Diese Person muss durch ihre persönliche Glaubwürdigkeit die ganze Bandbreite der Volkspartei CDU abbilden. Unser Anspruch muss sein, starke Volkspartei der Mitte zu bleiben.“ Wer diese Person sein könnte – Friedrich Merz, Jens Spahn, Armin Laschet oder irgendjemand anderes – ließ Wegner offen.

Aber was sagt eigentlich Monika Grütters, bis vor knapp einem Jahr Berlins CDU-Chefin, als Kulturstaatsministerin langjährige Fahrensfrau von Angela Merkel und selbsterklärte Unterstützerin von Kramp-Karrenbauer? Auf Anfrage reagierte Grütters am Montag nicht, aber sie äußerte sich per Twitter zu einem gänzlich unverfänglichem Thema: „Neue Perspektiven auf die Beethoven-Forschung entwickelt ab heute ein von @BundesKultur geförderter internationaler Kongress in Bonn. Kernthemen u.a.: der „politische Beethoven“ und „a global Beethoven?“ Unter @BundesKultur twittert das Amt der Kulturstaatsministerin.