Paris - Der CDU-Politiker Norbert Röttgen hat erfreut auf den Erfolg des Mitte-Links-Kandidaten Emmanuel Macron bei der französischen Präsidentschaftswahl reagiert. „Ich meine, dass es für Deutschland und Europa nicht besser geht: Emmanuel Macron ist wirtschaftsreformorientiert - ich glaube, das braucht Frankreich auch - und er ist pro-europäisch, so sehr wie kein anderer in diesem Rennen“, teilte der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses am Sonntagabend mit.

Dass die die Rechtspopulistin Marine Le Pen ebenfalls ins Finale einziehe, sei eine Enttäuschung, aber eine erwartete. „Ich glaube, wir können nun hoffnungsvoll sein, dass Macron Präsident wird.“

Linke sehen beide Kandidaten kritisch

Dass die Rechtspopulistin Marine Le Pen voraussichtlich in die Stichwahl einziehe, sei ein schwerer Schlag für Freiheit und Demokratie, Gerechtigkeit und Frieden, teilten die Parteichefs Bernd Riexinger und Katja Kipping am Sonntag mit. Auch die guten Chancen des sozialliberalen Kandidaten Emmanuel Macron auf das Präsidentenamt seien kein Grund zum Jubeln. „Die Politik Macrons wird die Spaltungslinien in der Gesellschaft weiter vertiefen.“

Europa-Grüne sehen Erfolg gegen Rechtspopulisten

Die Grünen im Europaparlament sehen das Wahlergebnis in Frankreich als Zeichen, dass der Zulauf zu Rechtspopulisten in Europa stagniert. „Zwar zieht die Kandidatin Le Pen in die zweite Runde ein, aber auch sie hat – genauso wie schon Geert Wilders in den Niederlanden – ihr Ziel verfehlt, stärkste Kraft zu werden“, erklärte Fraktionschefin Ska Keller am Sonntagabend.

Sie sagte dem linksliberalen Kandidaten Emmanuel Macron Unterstützung zu, kritisierte aber, dass „sein Programm, was ökologische und soziale Fragen angeht, stark zu wünschen übrig lässt“. Die Grünen würden Macron drängen, sein Programm nachzubessern. „Das Ziel Europas muss Wohlstand für alle sein“, meinte Keller. „Die Gefahr von Rechts ist nicht vorbei, und nur so können wir dagegen angehen.“

AfD gratuliert Le Pen

Die AfD hat der Rechtspopulistin Marine Le Pen zum Sieg in der ersten Runde der französischen Präsidentschaftswahlen gratuliert. „Glückwunsch an Marine Le Pen, das ist eine ganz große Leistung“, sagte AfD-Vorstandsmitglied André Poggenburg.

Das gute Abschneiden der Front-National-Chefin sei ein weiterer Hinweis darauf, „dass die patriotische Bewegung in Europa wirklich wächst“. Ein Sieg Le Pens in der Stichwahl am 7. Mai sei aus seiner Sicht „möglich, aber nicht unbedingt wahrscheinlich“.

Marine Le Pen sei eine „Blenderin“

CSU-Europapolitiker Manfred Weber hat sich für ein Bündnis aller Demokraten gegen die französische Rechtspopulistin Marine Le Pen ausgesprochen. „Sie ist eine Blenderin“, erklärte der Fraktionschef der Europäischen Volkspartei im Europaparlament am Sonntagabend. „Die stolze Nation Frankreich darf nicht von einer Gaunerin regiert werden.“

Bei der Stichwahl gehe es für Frankreich um die Entscheidung Zukunft oder Vergangenheit, um ja oder nein zu Europa, meinte Weber. „Alle Demokraten müssen jetzt gegen die Radikalen und Populisten zusammenhalten.“

Sigmar Gabriel unterstützt Macron

„Ich glaube, dass wir klar machen müssen, dass diese Wahl eine Riesenchance für ganz Europa ist“, sagte Bundesaußenminister Sigmar Gabriel, SPD. Mit Macron würde jemand Präsident, der für einen neuen Aufbruch in Europa stehe. Er wäre auch gut für das deutsch-französische Verhältnis. „Deutschland, glaube ich, tut gut daran, diesen Kurs zu unterstützen.“

Gabriel hatte ganz bewusst Macron und nicht den Kandidaten der Sozialistischen Partei, Benoit Hamon, unterstützt. Er begründete das mit dem klaren pro-europäischen Kurs Macrons. (dpa)

Auch Nutzer der sozialen Medien diskutieren über die beiden französischen Spitzenkandidaten: