Berlin - Ein Schüler zeigt den Hitlergruß, ein Mädchen hetzt gegen Ausländer. Immer wieder äußern Jugendliche sich im Unterricht rechtsextrem. Dann sind die Lehrer gefordert – und wissen manchmal auch nicht weiter. Zum Beispiel wenn die Schüler rechte Verschwörungstheorien verbreiten, radikale Positionen ihrer Eltern übernehmen oder Minderheiten schlechtmachen. Hier sind Pädagogen in Berlin laut Lehrplan zur Demokratie-Erziehung verpflichtet, sie sollen also für die freiheitlich-demokratische Grundordnung einstehen. Das sind große Worte, doch vor Ort in der Schule gestaltet sich das oft schwierig.

Eine offene Debatte ist auch für Andreas Steiner, Direktor des Steglitzer Fichtenberg-Gymnasiums, wichtig. Als das AfD-Beschwerdeportal mit dem Namen „Neutrale Schule“ in Berlin begann, gab es eine intensive Diskussion unter den Lehrern. Die AfD forderte mit dem Portal Schüler dazu auf, Lehrer zu melden, die politisch Position bezogen. Schließlich unterschrieben große Teile des Kollegiums eine Selbstanzeige. Darin steht: „Wir gestehen, dass wir in unserem Unterricht für Meinungsvielfalt und Meinungsfreiheit geworben haben.“

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