Die Tür der Synagoge von Halle mit den Einschusslöchern vom 9. Oktober 2019.
Foto: dpa/Sebastian Willnow

HalleDie schmale Tür in der übermannshohen Mauer der Hallenser Synagoge scheint Zuflucht zu bieten. An diesem trüben Sommertag kann man an sie herantreten, sich anschmiegen an das dunkle Eichenholz und unter dem gemauerten Rundbogen Schutz vor dem Regen finden. Man könnte sich behütet fühlen. Doch da sind Unebenheiten im sonst glatten Holz, Löcher, zerfetzte Ränder. Man kann sie sehen, ertasten. In der Synagoge in der Humboldtstraße 52  wollte am 9. Oktober vergangenen Jahres ein rechtsextremistischer Attentäter so viele Juden wie möglich töten, wie er später der Polizei sagte. Mit dem Vorhaben  scheiterte er an dieser Tür, weil sie den Kugeln seiner Schrotpatronen standhielt.

Die nur einen guten Meter schmale und zwei Meter hohe Tür, an der viele Menschen inzwischen wieder achtlos vorübergehen, ist immer noch da. „Sie wird demnächst durch eine neue ersetzt werden, aber dennoch nicht verschwinden“, sagt Max Privorozki, der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde in Halle. „Zum ersten Jahrestag des Anschlags wollen wir sie auf dem Gelände der Synagoge aufstellen. Als Denkmal.“

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