Ein Mitarbeiter hält in einem Corona-Abstrichzentrum einen Test auf das Coronavirus Sars-Cov-2 in den Händen. 
Foto: Sebastian Gollnow/dpa

BerlinNun also doch: Laut einem vertraulichen Strategiepapier aus dem Bundesinnenministerium soll die Zahl der Corona-Tests schon in den nächsten beiden Wochen extrem gesteigert werden. Nach Informationen des Rechercheverbundes aus Süddeutscher Zeitung, des NDR und WDR soll so die Ausbreitung des Virus nach dem Vorbild Südkoreas eingedämmt werden. Dort wurde mit Massentests und der gezielten Isolation von Kranken und Verdachtsfällen die Epidemie eingedämmt, ohne die Wirtschaft nach unten zu fahren.

Bis zu 200.000 Tests pro Tag

Laut Rechercheverbund hat das Papier den Titel "Wie wir Covid-19 unter Kontrolle bekommen" und soll vorsehen, bis zum 6. April 50.000 Test pro Tag zu ermöglichen, eine Woche später 100.000 pro Tag und bis Ende April sogar täglich 200.000. 

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Das steht im Widerspruch zu den Aussagen von Ärzte- und Klinikvertretern, die am Donnerstag  auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Gesundheitsminister Jens Spahn erklärt hatten, dass es keinen Sinn habe, Menschen zu testen, die keine Krankheitssymptome zeigen. Dort wurde eine Zahl von maximal 360.000 Tests pro Woche in Aussicht gestellt. 

Im  Strategiepapier wird auf das Vorbild von Südkorea verwiesen. Dort gilt kein Ausgehverbot, die Zahl der Infizierte geht dennoch zurück. In dem asiatischen Land werden zusätzlich auch die Handydaten der Bürger ausgelesen. Das hatte auch Gesundheitsminister Jens Spahn geplant. Ein entsprechender Passus im jetzt novellierten Infektionsschutzgesetz war nach politischen Protesten aber gestrichen worden.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (l, CDU) und Bundesinnenminster Horst Seehofer (CSU) bei einer gemeinsamen Pressekonferenz 
Foto: Wolfgang Kumm/dpa

In diesem Zusammenhang wird auf das Vorbild von Südkorea verwiesen. Dort gilt kein Ausgehverbot, die Zahl der Infizierten geht dennoch zurück. In dem asiatischen Land werden zusätzlich auch die Handydaten der Bürger ausgelesen. Das hatte auch Gesundheitsminister Jens Spahn geplant. Ein entsprechender Passus im jetzt novellierten Infektionsschutzgesetz war nach politischen Protesten aber gestrichen worden. 

In der Regierungspressekonferenz bestätigte der Sprecher des Innenministeriums auf Nachfrage die Existenz des Papieres, wollte aber auf Inhalte nicht eingehen. Es sei ein internes Papier und nicht für die Öffentlichkeit gedacht, so der Sprecher.

Der Sprecher des Gesundheitsministeriums wollte den Vorgang nicht kommentieren. Er bekräftigte aber, dass man Corona-Test, wie am Donnerstag angekündigt, zielgerechter einsetzen wollen. Bislang seien 96 Prozent der beim Robert-Koch-Institut gemeldeten Testergebnisse negativ. In Deutschland werden wöchentlich derzeit 300.000 Corona-Tests durchgeführt. Bislang hieß es, dies könne auf 360.000 Test pro Woche erweitert werden.

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