Berlin - Zottelig, riesenhaft, schneeverkrustet. Der geheimnisvolle Schneemensch geistert seit Jahrhunderten durch Erzählungen. Bis heute berichten Menschen davon, Yetis in den Himalaya-Schneehöhen Tibets und Nepals gesichtet zu haben.

Bergsteigerlegende Reinhold Messner hat seinen Anteil daran. Mit seinem Buch „Yeti - Legende und Wirklichkeit“ hat er zur Legendenbildung beigetragen. Nun räumt der Südtiroler Extrembergsteiger einmal mehr mit dem Märchen vom Schneemenschen auf. Er hält den Yeti für eine reine Sagenfigur.

In einem Interview des Konstanzer „Südkuriers“ sagt er: „Das ist kein Schneemensch oder Neandertaler, sondern ein Bär, der diese Fantasiegeschichte ausgelöst hat.“

Die Yeti-Geschichte basiere auf einer Jahrtausende alten Legende aus Tibet, die vor 100 Jahren nach Europa kam.

Messner erklärt: „Die Legendenfigur ist keine Kopfgeburt, sondern sie ist aus der Natur genommen. Die zoologische Entsprechung ist ein ganz spezieller Bär. Da gibt es keinen Zweifel mehr. Und dieser Bär kam nur an der Nordseite des Himalayas vor. Dann und wann sind diese Bären auch über die Pässe gewandert, wenn sie zum Beispiel auf Weibchensuche waren. Und dabei sind ab und zu Fußspuren fotografiert worden.“

Reine Fantasiegeschichte

Er sei der Frage zehn Jahre lang nachgegangen, so der Südtiroler. Heute folgen ihm nach eigener Aussage „99,9 Prozent der Wissenschaftler“ bei der Aussage, es sei ein Bär gewesen, der diese „Fantasiegeschichte“ ausgelöst habe.

Messner, der Anfang Januar von einer Tour auf den Gipfel des Pokalde im östlichen Nepal zurückkehrte, ist einer der bekanntesten Bergsteiger und Abenteurer. Er bestieg alle 14 Achttausender. Als Autor schrieb er die Bücher „Alle meine Gipfel“, „Mein Leben am Limit“ und „Yeti“. (dpa)