Mein Versuch, von Berlin nach Moskau zu fahren, scheiterte wenige Wochen nach Kriegsbeginn schon am Fahrkartenschalter der Deutschen Bahn. Meine Bitte, mir ein Ticket von Berlin nach Moskau zu verkaufen, schockierte die Bahn-Mitarbeiterin. Entsetzt sah sie mich an und es platzte aus ihr heraus: „Das ist nicht Ihr Ernst. Da ist Krieg.“ Sie sagte mir, dass die Bahnverbindungen nach Russland ebenso wie die Flugverbindungen vollständig unterbrochen seien.

Dazu passt auch die Reisewarnung auf der Webseite des Auswärtigen Amtes: „Von Reisen in die Russische Föderation wird abgeraten.“ Doch wäre ich immer den amtlichen Reisewarnungen gefolgt, wäre mein Leben um viele Erfahrungen ärmer.

Im Internet fand ich Ratschläge für robuste Reisende. Von Warschau aus fährt ein Bus nach Brest in der Republik Belarus. Einsteigen dürfen EU-Bürger nur, wenn sie sowohl ein russisches Visum als auch eines von Belarus haben. Ein russisches Mehrfachvisum hatte ich als Journalist schon aus der Zeit vor dem Krieg, als noch die von Russland jetzt ausgesetzte Vereinbarung über langfristige Visa galt. Das Belarus-Visum besorgte ich mir mit Hilfe eines russischen Reisebüros in Deutschland.

EU-Bürger werden zurückgeschickt nach Belarus

Es ist Ende Mai, und ich steige endlich in einen Bus nach Brest ein. An Bord sitzen überwiegend junge Belarussen, die meisten mit Baseball-Kappen und in Turnschuhen. Der Reisende aus Berlin ist der einzige Deutsche unter den Fahrgästen.

Verwunderung ruft mein Erscheinen auch bei der belarussischen Grenzbeamtin hervor, die in Brest mit strengem Blick meinen Pass betrachtet: „Nach Russland fahren Sie?“, fragt sie verblüfft. In Brest besteige ich den Abendzug nach Moskau. Doch die Hoffnung, auf diese Weise die russische Hauptstadt zu erreichen, zerschellt in einem Gespräch mit der belarussischen Zugbegleiterin.

Sie kontrolliert meinen Pass und weist mich darauf hin, dass es auf der Bahnstrecke keinen Grenzkontrollpunkt gibt. Denn Russen und Belarussen, welche die Bahnstrecke fast ausschließlich benutzen, sind Bürger eines gemeinsamen „Unionstaates“. Sie reisen visafrei. EU-Bürger hingegen werden im russischen Smolensk von Grenzern wieder zurück geschickt nach Belarus.

So endet meine Bahnreise in der belarussischen Hauptstadt Minsk. Dort kaufe ich mir ein Ticket der belarussischen Fluglinie Belarus nach Moskau. Am Flughafen erwerbe ich vor dem Abflug die englischsprachige Zeitung „The Minsk Times“. Sie klärt mich darüber auf, dass es unter dem Präsidenten Alexander Lukaschenko „nur vorwärts“ gehe. Die Zeitung zeigt in DDR-Manier Mitglieder der staatlichen Kinderorganisation „Junge Pioniere“ mit Halstüchern. In Moskaus Vorposten Belarus ist die Sowjetunion bis heute nicht wirklich untergegangen.

Udo Norden
Propaganda-Artikel aus „The Minsk Times“

Nach der Landung in Moskau am Flughafen Domodedowo wartet die nächste Überraschung: Kaum jemand trägt eine Maske, weder im Nahverkehrszug „Aeroexpress“ noch in der Moskauer Metro. Diese Alltagsliberalität aber steht im Kontrast zur Strenge im öffentlichen Raum. Die einstige Meinungsvielfalt der Moskauer Medien ist unter staatlichem Druck zusammengeschrumpft. Die liberale, regierungskritische Zeitung „Nowaja Gaseta“ gibt es nicht mehr. Der Radiosender „Echo Moskwy“ mit seinen eloquenten Moderatoren wurde zum Schweigen gebracht. Auch der oppositionelle Fernsehsender „Doschd“ musste schließen.

Krieg ist fast nirgendwo ein Thema

Dass der Krieg öffentlich kaum kontrovers diskutiert werden kann und darf, trägt dazu bei, dass er bei den Moskauern in öffentlichen Nahverkehrsmitteln, Cafés und Restaurants fast nirgendwo ein Thema ist. In Gesprächen mit Freunden und Bekannten in Moskau wird deutlich, dass das anfängliche Erschrecken über den Krieg im vierten Kriegsmonat in eine stoische Gewöhnung übergegangen ist.

Viele Moskauer und vor allem Moskauerinnen empfinden die Situation wie meine Bekannte Jewgenija, 35, (Vorname geändert), die bei einer Handelsfirma arbeitet und einige Jahre im Ausland gelebt hat. Nach Kriegsbeginn habe sie „in der ersten Woche viel geweint und alles verflucht“. Danach habe sie das Gefühl gehabt, „in einer neuen Welt aufzuwachen, die einem Alptraum gleicht“. Jetzt sagt sie: „Ich hoffe nur, dass alles bald vorbei ist.“

Die Bilder von den Protestaktionen der ersten Tage sind im Bewusstsein der meisten Moskauer verblasst, so wie die von der Stadtreinigung abgeschliffenen Protestlosungen an Gebäuden. Wer vor dem früheren Haupttelegrafenamt am Prachtboulevard Twerskaja-Straße genau hinsieht, erkennt noch verblichene Reste einer schwarzen Aufschrift, die Mutige dort eines Nachts in Rufnähe zum Kreml angebracht hatten: „Нам не нужна война – Wir brauchen keinen Krieg“.

Udo Norden
Verblichene Reste einer schwarzen Antikriegsaufschrift an einem Gebäude im Zentrum Moskaus

Dass viele vor allem junge Russen am Sinn des Krieges zweifeln oder ihn ablehnen, räumte Ende Mai das staatsloyale Moskauer Umfrageinstitut Wziom ein. Nach dessen Angaben unterstützen zwar 72 Prozent der Bürger die „militärische Spezialoperation“, wie der Angriffskrieg offiziell genannt wird. Doch 18 Prozent, so Wziom, lehnen den Militäreinsatz ab, und weitere 10 Prozent bekennen, dass ihnen eine Antwort schwer fällt.

In Moskau, das mehr und mehr einer belagerten Festung gleicht, gehen viele Menschen verbal erst einmal lieber in Deckung, als sich mit Kritik an die Öffentlichkeit zu wagen. Diese Belagerungsmentalität lässt sich damit erklären, dass sich viele Menschen in Russland gegen vermeintlich feindselige Absichten des Westens gegenüber Russland wehren. Das bringt sie dazu, die Kriegspolitik der russischen Führung weiter zu erdulden.

Russische Rechtspopulisten sind ebenfalls in der Minderheit

Auf der Suche nach Hurra-Patrioten werde ich vor dem Eingang zur Staatsduma fündig. Dort steht ein muskulöser Mittvierziger im Tarnanzug mit einem Propagandaplakat der rechtspopulistischen „Nationalen Befreiungsbewegung“. Das Umhängeschild zeigt ein Porträt Putins und die Parole: „Wir sind mit ihm für die Souveränität Russlands. Und du?“

Achtlos gehen die Moskauer Passanten an ihm vorüber. Sein Auftritt begeistert oder empört niemanden. Und niemandem ist nach Jubelkundgebungen. Der Grund dafür wird in Gesprächen mit den Russen deutlich, die fern der Politik leben. Sie nehmen den Krieg wie eine Naturkatastrophe wahr, fast wie ein lang andauerndes Gewitter. Da gilt es, sich zu schützen und nicht den Blitzen auszusetzen.

Udo Norden
Ein russischer Rechtspopulist (links) und Besucher des Bücherfestivals auf dem Roten Platz, Anfang Juni.

Ich gehe zu einem Konzert der Rockgruppe „SerGa“ im „Glawclub“, einem Konzertsaal am Rande des Stadtzentrums. Die 1994 gegründete Rock-Band mit ihrem Bandleader und Sänger Sergej Galanin, Jahrgang 1961, hat in den Jahren 1999 bis 2003 mit Konzerten eine liberale Partei unterstützt, die schließlich nicht mehr ins Parlament einzog und sich später unter staatlichem Druck auflöste.

Von Mitte April bis Anfang Mai nahm „SerGa“ am staatlich gelenkten „Musikalisch-patriotischen Marathon“ unter der Parole „Für Russland“ teil. Macht die Gruppe jetzt Rock für den Krieg? Am Konzertabend drängen mehrere hundert Fans der Band zwischen 30 und 60 in den Klub. Den meisten Beifall bekommt die Band für das populäre Lied „Was wir brauchen“, vor allem für die Passage, in der es heißt: „Wovon hab ich geträumt? Dass der Krieg vorbei war.“ Da recken vor allem junge Zuhörer in einem Sprung die Arme hoch. Die Rockband weckt für einen Moment die tiefen Wünsche ihrer Zuhörer, ohne zum riskanten Protest aufzurufen.

Am Ende des Konzerts sagt der Bandleader Galinin den Konzertbesuchern, sie sollten auf sich aufpassen, sich um ihre Kinder kümmern, um das, was im Alltag wichtig sei. Und sie sollten „lange leben.“ Es sind eher Ratschläge zum Überwintern als zum Kämpfen, die Galanin seinen Zuhörern mit auf den Weg gibt.

Moskauer Zeitungen wollen Kampfgeist entfachen – nicht den Protestwillen

Kampfgeist und Durchhaltewillen zu entfachen, versuchen dagegen manche Moskauer Zeitungen. Im wöchentlichen imperialen Kampfblatt „Sawtra“ (Der morgige Tag“) predigt dessen langjähriger Herausgeber Alexander Prochanow vom „Panzerzug des russischen Traumes“ und von der „Unvermeidlichkeit des russischen Sieges“. Prochanow, 84, wird im Kreml geschätzt. Denn der langjährige frühere Kriegskorrespondent und Roman-Autor versteht es, die imperial gesinnten Teile der Intelligenz in verschiedenen Klubs zu sammeln. Er gilt in Moskau schon lange als „Nachtigall des Generalstabes“. Putin gratulierte ihm per Telegramm zum Geburtstag und lud ihn schon mal zum Gespräch in seine Residenz Nowo Ogarjowa westlich von Moskau.

In weniger pathetischen Tönen als Prochanows Blatt versucht die Regierungszeitung „Rossiskaja gaseta“ Optimismus zu verbreiten. Das macht sie mit Überschriften wie „Keine Verluste der ukrainischen Armee kann der Westen ersetzen“. Die traditionell liberale „Nesswissimaja gaseta“, die sich im Krieg zwangsläufig an die Zensur anpasste, variiert das Thema mit der Schlagzeile: „Moskau hat im Donbass die strategische Initiative gewonnen.“ Vom vermeintlich nahen Sieg aber ist nicht die Rede.

Die Blätter, die Moskauer Kioske anbieten, spiegeln die Machtverhältnisse und die Atmosphäre im Lande. Doch es gibt sie noch, die nachdenklichen Texte, die früher weit mehr Raum im Moskauer Blätterwald einnahmen.

„Stalin wird leben, solange ...“

Da gibt es Nischen wie den Kulturteil der „Nesawissimaja gaseta“. Da heißt es in einer Rezension über ein Theaterstück des Autors Artur Solomonow über Stalin: „Der Stalinismus wäscht im Menschen alles Individuelle weg und er beginnt dort, wo es Machthunger gibt.“ Die Rezension endet mit den Worten: „Stalin lebte, Stalin lebt, Stalin wird leben – so lange wie jeder Mensch ihn nicht in sich besiegt hat.“

Kritische Reflexionen finden sich selbst in Kriegszeiten in der populären Wochenzeitung „Argumenty i fakty“. Dort konstatiert der Kolumnist Wjatscheslaw Kostikow, die andauernde „Militärtätigkeit“ in der Ukraine führe „kaum bei irgend jemandem zu einem Zustrom von Enthusiasmus“.

Mehr noch: Die „Anstrengungen der Propaganda der letzten Jahre“ hätten „bei einem bedeutenden Teil der Bevölkerung die Vorstellung vom wirklichen Platz Russlands sehr verzerrt“. Kostikow ist nicht nur ein erfahrener Journalist. Er kennt den Kreml auch von innen. In den Jahren 1992 bis 1995 war er Pressesprecher des ersten Präsidenten der Russischen Föderation, Boris Jelzin. Kostikows Vertrauen in die Staatsmacht nahm nachhaltig Schaden, als der angetrunkene Jelzin ihn bei einer Bootsfahrt ins Wasser schubste. Auch die scheinbar liberalen Zeiten der Neunzigerjahre hatten ihre Tücken.

Darüber, was in Moskau Intellektuelle heute tun können oder zu ihrem Selbstschutz besser unterlassen, spreche ich mit Oleg, 53, einem Dolmetscher und Betreuer von Kulturprojekten. Die jetzige Situation, sagt er, sei „keine gute Zeit für feine Reflexionen und differenzierte Gedanken“. Jede Äußerung zum militärischen Konflikt in der Ukraine könne „als Anschwärzen der Armee ausgelegt werden und strafrechtliche Folgen haben.“ Und er fügt hinzu: „Jede kontroverse Diskussion im Internet wird zum Problem.“

Manche Kritiker fliehen in die Literatur

Die Einschränkung der Meinungsfreiheit sei jetzt „ernster als je zuvor seit März 1985“, sagt Oleg weiter. Damals wurde Michail Gorbatschow zum Generalsekretär der Kommunistischen Partei der Sowjetunion (KPdSU) gewählt. Er leitete mit Transparenz („Glasnost“) und Umgestaltung („Perestroika“) die Öffnung der Gesellschaft ein.

Kritisch sieht Oleg nicht nur die Repression in Russland, sondern auch den „Abbruch von Kommunikation“ durch den Westen. Flugverbote, Sendeverbote für russische Fernsehkanäle und der Stopp der Zusammenarbeit von Wissenschaftlern und Universitäten hätten schwerwiegende Folgen: „Das integrale Projekt eines gleichberechtigten Miteinanders von Russland und Europa ist gescheitert.“

Ich erinnere Oleg daran, dass der russische Schriftsteller Fjodor Dostojewski dieses Scheitern, dessen Mitursache er in westlicher Ignoranz und Arroganz sah, schon 1877 in seinem „Tagebuch eines Schriftstellers“ artikulierte: „In Europa sind wir nur Landstreicher.“ Da huscht ein wissendes, bitteres Lächeln über Olegs Gesicht.

Doch der Übersetzer, Kenner deutscher Philosophie und Literatur will die Möglichkeiten nutzen, die in Moskau verblieben sind. Er arbeitet jetzt an einer Übersetzung des Epilogs von Karl Kraus' „Die letzten Tage der Menschheit“. Diese Arbeit, entstanden während des Ersten Weltkrieges, gefällt Oleg, weil Kraus „die verlogene Gesellschaft jenseits der Front“ entlarve. Einem solchem Literaturprojekt stehe in Russland nichts im Wege.

Auch Historiker und Schriftsteller machen Propaganda für den Staat

Wie sich das Interesse der russischen Leser an der Literatur entwickelt, versuche ich nach dem Gespräch mit Oleg auf dem großen „Bücherfestival Roter Platz“ Anfang Juni zu erfahren. Geduldig stehen am ersten Juni-Wochenende Zehntausende von Moskauern Schlange, um durch Türbogen mit Metalldetektoren auf den Roten Platz zu gelangen. Vertreten sind fast alle Generationen und sozialen Schichten, mit Ausnahme jener Moskauer Oberschicht, die mehr auf Luxus als auf Lektüre aus ist.

Udo Norden
Fjodor Dostojewski als Pappfigur auf dem Bücherfestival auf dem Roten Platz in Moskau, Anfang Juni.

Auf dem Roten Platz, vor der Kremlmauer, begegnen die Bücherfreunde Dostojewski zunächst in Form einer lebensgroßen Pappfigur. Doch auch das imperiale Denken des späten Dostojewski, das er in seinen Aufsätzen in der Zeitschrift „Graschdanin – Bürger“ in den Jahren 1874 bis 1881 zeigte, ist auf dem Festival präsent.  Allerdings in einer modernen, freien Interpretation. Dieses Denken lief darauf hinaus, einen unüberbrückbaren Gegensatz zwischen dem westlichen Europa und dem christlich-orthodox geprägten und imperial nach Asien ausgerichteten Russland zu behaupten.

In einer der thematischen Sektionen, die auf verschiedene Zelte verteilt sind, geht es etwa um die „Geschichte des Vaterlandes“. Einige Dutzend Besucher hören einem Historiker und Schulbuchautor zu, der mit strenger Miene aus Dostojewskis „Tagebuch eines Schriftstellers“ vorliest und vor dem Einfluss des Westens warnt: „Wo sind die Westslawen in Mitteleuropa geblieben? Die Deutschen haben sie aufgesogen.“ Das eigene Fazit des Historikers: Man müsse „unsere Jungs im Donbass“ unterstützen. Die kämpften schließlich „für uns alle“. Das Publikum zeigt weder Widerspruch noch Begeisterung, nur stilles Interesse.

Entspannter geht es bei der Lesung des in ganz Russland populären Fantasy-Autors Sergej Lukjanenko zu. Der mild lächelnde Mittfünfziger zieht auf einer Tribüne vor der Basilius-Kathedrale mehrere hundert Zuhörer an. In einem Zeitungsinterview brachte Lukjanenko vor dem Krieg seine Weltsicht auf den Punkt, Russland dürfe seine Identität und Selbstachtung nicht verlieren. Die russische Welt, so der in Kasachstan geborene Schriftsteller, sei etwas Besonderes, eine Symbiose aus Ost und West.

Diese Sicht des Autors, Russland sei kein Teil der westlichen bzw. europäischen Kultur, gilt auch in Russland als umstritten, denn jüngere, liberal denkende Russen bestreiten die Auffassungen des „Eurasiers“. Seit Kriegsbeginn haben Lukjanenkos Auffassungen jedoch eine Schnittmenge mit der Staatspropaganda. Lukjanenko hat mit vielen anderen Schriftstellern bei Beginn des Angriffs auf die Ukraine einen Aufruf unterzeichnet mit dem Titel „Wir lassen die Unsrigen nicht fallen“. Der Appell wirbt um Verständnis für die „militärische Spezialoperation“ und gipfelt in dem Satz: „Wir schauen mit Hoffnung auf den Präsidenten.“

Das jüngste Werk des Erfolgsautors, erschienen im November 2021, trägt den an aktuellem Bezug kaum zu überbietenden Titel „Der Monat nach dem Rubikon“. Im Roman ist der Mond explodiert, ein Teil der Menschheit mutiert und auf der ganzen Welt herrscht Krieg.

Die Rubikon-Metapher, die den russischen Autor inspirierte, bezieht sich auf Julius Caesar. Der überschritt im Januar 49 vor Christi im Römischen Bürgerkrieg den Fluss Rubikon südlich von Ravenna mit seinen Truppen. Nach diesem Schritt gab es für Caesar kein Zurück mehr – ebenso wenig wie jetzt für Russlands Präsidenten und obersten Kriegsherrn.

Der Autor ist ein deutscher Journalist. Hier schreibt er unter einem Pseudonym.