Rund eineinhalb Wochen nach seinem viralen Anti-CDU-Video hat sich Youtuber Rezo erstmals öffentlich zu Wort gemeldet. Auf Twitter veröffentlichte er mehrere Tweets, in denen er sich an seine Fans wendet und die „am häufigsten gestellten“ Fragen beantwortet.

Darin betont er, dass er nicht Schuld daran habe, dass die Regierungsparteien so wenige Stimmen von Wählern unter 30 Jahren sammeln konnten. Das Wahlergebnis sei „Symptom“, genau wie sein Video. Rezo kritisiert den Umgang vieler Politiker mit den Themen Internet und Klima und mit den jüngeren Generationen. Er findet deutlich Worte: „Schließlich haben die ganz Alten die dicke Wahlmacht“, somit würden Politiker auch eher die Themen dieser Wählergruppe als die der jüngeren priorisieren.

Rezo lehnt öffentliche Gespräche ab

Die zahlreichen Gesprächsangebote von Politikern lehne Rezo ab. Er finde es nicht wichtig, dass mit ihm gesprochen werde, „sondern über dieses Thema“. Er sagt: „Ich habe in meinem Video weder irgendwas investigativ aufgedeckt, noch etwas Neues erzählt“.

Bei der Frage, ob von CDU und SPD beim Thema Klimapolitik ein „drastischer Kurswechsel“ vollzogen werden solle, könne er nicht helfen. Vielmehr müsse diese Diskussion mit Experten geführt werden, die wissenschaftliche Gründe dafür darlegen können. Wenn es allerdings darum gehe, wie so ein Kurswechsel vollzogen werden kann, könne er sich gern beteiligen.

Dieser Text fasst Rezos Aussagen zusammen. In seinen Tweets können Sie die Antworten komplett und im Original-Wortlaut lesen:

Bei der SPD hätten „Kevin, Tiemo und Lars“ (Anm. d. Redaktion: gemeint sind Juso-Vorsitzender Kevin Kühnert, EU-Abgeordneter Tiemo Wölken und Generalsekretär Lars Klingbeil) bereits öffentlich den Kurswechsel gefordert, so Rezo. In Richtung CDU, „vor allem auch direkt an Paul und AKK“, sagte Rezo, es wäre „nice“, wenn sie darauf ebenfalls eine klare Antwort geben könnten.

Weiter sagt der Youtuber, er habe zu einigen Politikern beider Parteien privat bereits Kontakt aufgebaut und würde sich mit ihnen austauschen.

Von den Vorwürfen, sein Video sei von den Grünen oder anderen gelenkt oder bezahlt worden, distanziert sich Rezo deutlich: „Kein Unternehmen oder Institution oder Partei hat die Initiative/Idee für diese Videos geliefert oder gar Organisation/Planung gemacht. Die Ideen und der Ideen und der Drive kam von mir persönlich (…).“ Er mache Video, weil er Bock darauf habe, nicht um Geld zu verdienen.

Von journalistischem Anspruch an seine Videos distanziert sich Rezo. Er sei kein Journalist, sondern habe seine Meinung geäußert – nur mit mehr Belegen als üblich.