Richter Manfred Götzl kennt sich aus mit spektakulären Fällen. Er verhandelte gegen Mörder ebenso wie gegen Islamisten und ehemalige Nazi-Verbrecher. Er war auch an der Prozessserie um ein Sex-Video mit dem Kabarettisten Ottfried Fischer beteiligt. Von April an wird der 59-jährige Franke den Prozess gegen die mutmaßliche Neonazi-Terroristin Beate Zschäpe leiten.

Götzl, der 1983 als Staatsanwalt begonnen hatte, ist dafür bekannt, dass er sich strikt, fast bürokratisch an Regeln hält. Er gilt als akribisch, prinzipientreu, fair und manchmal aufbrausend. Fast legendär ist die Geschichte, wie Götzl einem Angeklagten Batterien für sein Hörgerät gab, damit der dem Prozess folgen konnte. Aber jeden Tag am Ende der Verhandlung musste der Mann die Batterien wieder herausgeben. Mit einem harten Urteil müssen Angeklagte bei Götzl rechnen, und seine Entscheidungen hatten fast immer Bestand: In sieben Jahren als Vorsitzender des 6. Strafsenat am Münchner Oberlandesgericht kassierte der Bundesgerichtshof nur ein einziges seiner Urteile. (dpa)