Berlin/London - Der britische Premierminister Boris Johnson hat seine liebe Not mit dem „Dog of Downing Street“, Jack-Russell-Terrier Dilyn. Genauer gesagt geht es um die „romantischen Triebe“ seines Hundes, die den 57-jährigen Regierungschef nach eigenen Angaben immer wieder in peinliche Situationen bringen. Das gut zwei Jahre alte Tier bespringe regelmäßig die Beine von Mitarbeitern und Besuchern, erzählte Johnson jetzt bei einem Treffen mit Hundeführern in einer Polizeidirektion in Guildford.

„Müssen Sie sich Sorgen um seine romantischen Triebe machen?“, fragte der Premierminister die anwesenden Beamten – und erfuhr, dass Polizeihund Zorro, ein Deutscher Schäferhund, keinerlei solcher Anstalten mache. „Mein Hund ist ausdauernd ... an den Beinen von Menschen“, erzählte Johnson.

Der Premierminister und seine heutige Frau, die Politikberaterin Carrie Symonds, hatten Dilyn im September 2019 als Welpen aus dem Tierheim in die Downing Street Nummer 10 geholt. Seitdem steht das Tier immer wieder im Zentrum der Aufmerksamkeit – Hunde sind ein nicht zu unterschätzender Image-Aufpolier-Faktor. Symonds teilte damals auf Twitter etliche Fotos, auf denen sie mit dem „First Dog“ posierte, Johnson schleppte den niedlichen Strubbelfellträger mit ins Wahllokal.

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Sucht er auch hier ein Beinchen? Dilyn am Tag der Parlamentswahlen im Dezember 2019.

Auch jetzt, nach zwei Jahren im Amt und immer wiederkehrenden Vorwürfen zu Täuschungen und Inkompetenz, kann ein bisschen Imagepolitur nicht schaden. Was also macht der prominente Vierbeiner da genau? Nun, seinem Herrchen zufolge soll unter anderem Johnsons damaliger Top-Berater Dominic Cummings ein Opfer der hündischen Triebe geworden sein. Johnson selbst soll einmal wütend „Erschießt den verdammten Hund“ geschrien haben, nachdem Dilyn auf dem Landsitz Chequers antike Möbel und Bücher angeknabbert hatte.

Glücklicherweise erfreut sich Dilyn (noch) guter Gesundheit, man kann nur hoffen, dass Frauchen das Tier vor etwaigen Wutausbrüchen bewahrt. Dilyn hat schließlich schon einiges hinter sich, er landete im Tierheim, nachdem er wegen seines schiefen Gebisses vom Züchter als unverkäuflich aussortiert wurde. Tierschützer konnten ihn gerade noch vor der Einschläferung bewahren.

Immerhin sorgten die Anekdoten des Premiers für heitere Stimmung beim Vor-Ort-Termin. Und Jack-Russell-Halter wissen es natürlich längst: Die Hunde dieser Rasse sind lebhaft und mit viel Selbstvertrauen gesegnet. Ein unerschrockenes und ausdauerndes Wesen, das gerade in jungen Jahren gerne mal Grenzen austestet – es braucht doch nicht etwa Regeln und eine konsequente Erziehung?