Richard Grenell kann austeilen. Er war schließlich früher einmal Sprecher des US-Botschafters bei den Vereinten Nationen, John Bolton. Das war der Mann, der über die Bedeutung der Uno sagte: „Das Gebäude der Vereinten Nationen hat 38 Stockwerke. Wenn es zehn davon verlöre, würde das überhaupt keinen Unterschied machen.“ Und über US-Außenministerin Hillary Clinton twitterte Richard Grenell in bösem Ton, sie sehe langsam aus wie Madeleine Albright, eine ihre Amtsvorgängerinnen. Wie gesagt, Grenell kann austeilen.

Als ihn das Wahlkampfteam des republikanischen Präsidentschaftsbewerbers Mitt Romney vor gerade einmal zwei Wochen anheuerte und zum außenpolitischen Sprecher der Kampagne machte, wurde von Grenell erwartet, dass er weiter austeilt – gegen Obama, gegen den Weichling im Weißen Haus, wie ihn die beinharten Republikaner gerne nennen. Nur Grenell kam gar nicht dazu. Jetzt ist der 45 Jahre alte Mann überraschend von seinem Posten zurückgetreten. Aus privaten Gründen, wie er sagte.

Die Wahrheit ist: Grenell ist schwul und verschweigt seine sexuelle Orientierung nicht. So etwas aber ist in radikalkonservativen Kreisen in den USA Igittigitt. Selbst im 21. Jahrhundert noch.

Entsprechend heftig war die Kritik an Grenell in den letzten Tagen. Besonders hervorgetan hat sich dabei zum Beispiel der Radiomoderator Bryan Fischer, der gar nicht mehr an sich halten konnte, als er die Nachricht vom Rückzug Grenells kommentieren durfte.

Schön aufgeschrieben hat das Michelangelo Signorile in der Huffington Post

http://www.huffingtonpost.com/michelangelo-signorile/the-richard-grenell-fiasc_b_1470145.html?ref=elections-2012

Damit dürfte Mitt Romney endgültig die Stimmen der meisten homosexuellen Wählerinnen und Wähler in den USA verloren haben. Viele waren es ohnehin nicht.