Ronald Schill: Was macht Richter Gnadenlos eigentlich heute?

Köln - Es gibt Menschen, bei denen  man schon nach einem Satz weiß, wie sie gestrickt sind.  Ronald Schill, bekannt geworden als „Richter Gnadenlos“, lebt seit Jahren  in Rio de Janeiro und beschreibt im  „Stern“ seinen Alltag so: „Ich gehe gut essen. Sehr gern Fleisch, das hier eine hohe Qualität hat. Und ich gehe gern an den Strand und begutachte das andere gute Fleisch, das  Brasilien zu bieten hat.“

Zu solchen Weisheiten trägt der 57-jährige wie jeder schlechte Tourist Badelatschen, karierte Bermudashorts und Dreitagebart, während er von seinem armseligen Balkon auf die noch armseligere Favela und deren Einwohner herunterschaut.

Einst Innensenator Hamburgs, jetzt trauriger Star von Trash-TV

Schill ist  vom umstrittenen ehemaligen Zweiten Bürgermeister und Innensenator von Hamburg (2001 bis 2003) zum traurigen Star von Talkshows  und  Trash-TV abgestiegen, fühlt sich aber pudelwohl dabei. 2014 macht er bei „Promi Big Brother“ mit und resümiert, dass ihm diese „großartige Grenzerfahrung“  wieder Geld in die Kasse gespült habe.

Und am Dienstagabend widmet ihm Vox eine Spezialausgabe von „Goodbye Deutschland“ – und wird ihm damit sicher Einnahmen bescheren, mit denen er frisches  Fleisch einkaufen kann.

Ronald Schill und Teppichluser Janina Youssefian

„Es wohnen gelegentlich weibliche Wesen an meiner Seite, teilweise sogar zwei“, sagte er dem „Stern“. Und Vox liefert gleich noch eines: das sogenannte „Teppichluder“ Janina Youssefian, das er aus dem „Promi Big Brother“-Container kennt. Wahrscheinlich wird aber selbst sie sich am Ende angeekelt abwenden von dem selbst ernannten Frauenheld.

All das wird Schill aber nichts ausmachen. In der Favela habe er einen sehr gute Reputation, meint er.  Die Leute sollen nur nichts von seiner Richter-Vergangenheit erfahren. Dann würde sich vielleicht mancher bedroht fühlen. (cv)