Eigentlich wollten Alexander Korostelev und Dinara Toktosunova einen richtigen Neustart hinlegen: Am Mittwoch gaben die Verantwortlichen des deutschsprachigen Angebots des staatlichen russischen TV-Senders Russia Today (RT) bekannt, dass aus der bisher reinen Internetseite ein Fernsehprogramm werden soll. „Die Berichterstattung des neuen TV-Senders wird höchsten journalistischen Standards entsprechen“, heißt es in der Erklärung. Und: „Desinformation und hybride Kriegsführung werden nicht Teil“ des Programms.

Doch am Vorabend der Bekanntgabe wurden die neuen Verantwortlichen von RT DE von genau jenen Vorwürfen eingeholt, mit denen sich RT seit Jahren konfrontiert sieht: „Kreml-Kanal RT DE fälscht Drosten-Zitat“, titelte die Bild-Zeitung. RT DE hatte auf Twitter ein Foto des Virologen Christian Drosten gepostet und ihm ein abwertendes Zitat über den Virologen Hendrik Streeck in den Mund gelegt. Der Spruch gegen Streeck stammte allerdings nicht von Drosten, sondern war die Frage von Journalistinnen des Spiegel in einem Drosten-Interview – ein schwerer handwerklicher Fehler von RT DE. Die Bild-Zeitung vermutete dahinter umgehend eine zielgerichtete, konspirative Absicht.

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