So, seit dem Wochenende ist bekannt, dass das zweite Kind von Prinz William und seiner Frau Kate ein Mädchen ist. Gesund und knuffig ist es auch. Die Prinzessin von Cambridge, so ihr offizieller Titel, wird mit Vornamen Charlotte Elizabeth Diana heißen. Das teilte uns der Kensington Palast am Montag mit. Ansonsten ließ uns der Palast noch wissen, William und Kate bedankten sich herzlich für alle Glückwünsche und Gratulationen zur Geburt ihrer Tochter. Mehr war bisher nicht zu erfahren.

Weniger intelligent

Bleiben wir bei dem, was wir schon wissen. Die Fakten besagen, dass die Tochter einen älteren Bruder hat, der George heißt und 21 Monate alt ist. Aber was bedeutet das für die Entwicklung des kleinen Mädchens, welchen Einfluss hat diese Tatsache auf ihr weiteres Leben?

Dazu gibt es viele wissenschaftliche Studien. Eine der Fragen, die die Forschung aufgegriffen hat, lautet: Wie wird sich die Intelligenz der Zweitgeborenen entwickeln? Zwar haben viele Monarchen quer durch die Geschichte bewiesen, dass es auf den Kopf nicht unbedingt ankommt, solange die Krone drauf passt. Aber auch da sind die Ansprüche gestiegen, wie säuerliche öffentliche Reaktionen auf jüngere königliche Fehlleistungen bewiesen haben.

Das neue Kind steht vor einer besonderen Herausforderung. Denn etliche Studien beweisen: Nachgeborene sind im Schnitt weniger intelligent. Den jüngsten Beleg lieferte Kieron Barclay von der Universität Stockholm, der die Testergebnisse von gut 200.000 schwedischen Rekruten ausgewertet hat. Die Zweitgeborenen liegen zweieinhalb IQ-Punkte hinter ihren älteren Brüdern. Das ist aber nicht viel.

Möglicherweise sind jüngere Geschwister deshalb im Nachteil, weil sie sich die Aufmerksamkeit der Eltern immer mit den Älteren teilen müssen, während die Erstgeborenen Mama und Papa oft jahrelang für sich alleine haben. „Schon ein Geschwisterchen ist eines zu viel“, kommentierte ein US-Soziologe mitleidslos. Im königlichen Haushalt können da womöglich Kindermädchen und Privatlehrer aushelfen.

Auch bei der Bildung bringen es die Jüngeren nicht besonders weit, gerade wenn sie aus besseren Verhältnissen stammen. Gebildete Eltern arbeiten darauf hin, dass der Nachwuchs nicht hinter den eigenen Abschluss zurückfällt und damit die Familienehre nicht lädiert. Wenn das erste Kind aber auf gutem Weg ist, lassen sie es beim zweiten lockerer angehen.

Forscher sehen Geburtsfolge als Faktor

Die Folge: Es kann sein, das die Noten sinken. Weil Eltern mit mehreren Kindern sich ohnehin nicht so intensiv um die Hausaufgaben jedes einzelnen kümmern können, sind die Jüngeren „sozusagen doppelt gestraft“, deuten Forscher der Universität Mainz die im benachbarten Wiesbaden erhobenen Daten. Ein ähnliches Ergebnis lieferte eine große norwegische Studie. Dort genossen Jüngere im Schnitt ein Vierteljahr weniger Bildung als ihre ältesten Geschwister.

Weniger klar ist, wie sich die Persönlichkeiten von Kindern mit unterschiedlichen Plätzen in der Geburtsfolge entwickeln. Frank Sulloway von der University of California in Berkeley behauptet: Jüngere Geschwister sind „geboren, um zu rebellieren“. Denn sie müssten sich einen Platz in der Familie erkämpfen, während die Erstgeborenen nur die Stellung halten müssen, die ihnen mangels Konkurrenz von alleine zugefallen ist.

Allerdings ist umstritten, ob Revolutionäre sich vor allem aus den Reihen der so Zukurzgekommenen rekrutieren. So machten sie in Norwegen beispielsweise nicht öfter bei der Studentenrevolution in den 60er-Jahren mit. Ob der Zuwachs im britischen Königshaus sich willig in die Familientradition fügt, bleibt also offen. Zumindest sind die Zeiten vorbei, in denen man auf der Insel notfalls auf Leben und Tod um den Thron kämpfte.

„Playboy-Prinz“

Eine gewisse Risikofreude der Jüngeren ist allerdings nicht zu leugnen. Je mehr ältere Geschwister ein Kind hat, desto eher macht es sexuelle Erfahrungen, greift zu Drogen oder begeht sonstige Straftaten. Die Eskapden des britischen Prinzen Harry in den vergangenen Jahren, die ihm den Titel „Playboy-Prinz“ bescherten, scheinen das eindrucksvoll zu bestätigen.

Eine weitere interessante Statistik beschäftigt sich mit der Homosexualität der Zweitgeborenen, wir möchten sie erwähnen, obwohl unsere britische Prinzessin davon nicht betroffen sein kann. Besonders gründlich untersucht hat die Wissenschaft nämlich eine erstaunliche Eigenheit von Jungen mit älteren Brüdern: Sie entpuppen sich auffällig häufig als homosexuell.

Mit jedem großen Bruder steigt die Wahrscheinlichkeit um ein Drittel. So ist es sogar, wenn die Brüder in verschiedenen Familien aufwachsen, nicht aber unter adoptierten Brüdern. Nun, auf unsere Prinzessin trifft das nicht zu.