Berlin/Münster - Ich erreiche Ruprecht Polenz telefonisch daheim im westfälischen Münster, sein junger Welsh Springer Spaniel bellt energisch um Aufmerksamkeit. Doch der CDU-Politiker im Unruhestand bewahrt einmal mehr die Ruhe. Wenn die Wogen hochgehen, schlägt die Stunde dieses Mannes der politischen Mitte, wo er sich verortet.

Standhaft zu bleiben, das hatte er einst im bewegten Jahr 1968 an der Uni Münster gelernt, wo ihm als Redner für den Ring Christlich Demokratischer Studenten (RCDS) ein rauer Wind entgegenblies: „Ich hatte 800 gegen mich und 200, die mir einigermaßen wohlwollend zugehört und manchmal auch geklatscht hatten. Diese Erfahrung hat mich ein Stück weit geprägt.“ Aufgewühlte Diskussionen befriedete er als Kommunalpolitiker, handelte sich schließlich als CDU-Generalsekretär den Vorwurf der CSU ein, „Harmonieterror“ zu verbreiten. Als langjähriger Außenpolitiker musste sich Polenz diplomatisch zurückhalten und stets „ein Stück weit für Deutschland“ sprechen. Von diesen Zwängen befreit gehört er mit nunmehr 75 Jahren zu den meinungsstarken politischen Influencern mit Tausenden Followern auf Facebook und Twitter.

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