Moskau droht bei Verstößen gegen Ausgangssperren harte Strafen an. 
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MoskauIn Russland werden Quarantäne-Verstöße künftig mit bis zu sieben Jahren Haft bestraft. Das Unterhaus des russischen Parlaments verabschiedete am Dienstag im Eilverfahren ein entsprechendes Gesetz. Zudem wurden die Ausgangsbeschränkungen zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie ausgeweitet. In mehr als 40 der 85 Regionen Russlands ist das öffentliche Leben damit weitgehend lahmgelegt.

Wer die Quarantäne missachtet und damit absichtlich viele Menschen infiziert oder den Tod eines anderen verursacht, dem drohen bis zu fünf Jahre Haft. Sterben zwei oder mehr Menschen, können bis zu sieben Jahre Haft verhängt werden. Die Abgeordneten der Duma verabschiedeten zudem ein Gesetz, das es der Regierung ermöglicht, den landesweiten Notstand auszurufen. Die Duma beriet am Dienstag zudem über einen Gesetzentwurf, der bis zu fünf Jahre Haft für das Verbreiten von Falschinformationen über das Coronavirus vorsieht.

Ausgangsbeschränlungen in 40 Regionen

In rund 40 russischen Regionen wurden am Dienstag Ausgangsbeschränkungen verhängt. den Anfang hatte am Montag die Hauptstadt Moskau gemacht. Dort dürfen die zwölf Millionen Einwohner ihre Wohnungen nur noch in Ausnahmefällen verlassen.

In Russland wurden nach offiziellen Angaben bis Dienstag 2337 Infektions- und 17 Todesfälle gemeldet, die tatsächliche Zahl der Infizierten dürfte jedoch höher liegen. In den vergangenen 24 Stunden wurden rund 500 Neuinfektionen gemeldet - der bislang höchste Anstieg binnen eines Tages. Die meisten Fälle wurden in Moskau registriert.