Berlin - Übertreiben, ein bisschen eins drauf setzen, das war Salman Rushdies Motivation, als er sein neues Buch „Zwei Jahre, acht Monate und achtundzwanzig Nächte“ schrieb. „Ich wusste nicht, wie nah ich mit diesem Buch der Realität komme. Sie hat mich eingeholt“, sagt Rushdie an diesem grauen und verregneten Novemberabend im Haus der Festspiele in Berlin. Es ist die letzte Lesung des „Internationalen Literaturfestivals“.

Diese Welt, von der der britisch-indische Schriftsteller in seinem nunmehr zwölften Roman erzählt, ist verrückt geworden, „bizarr und seltsam“, so beschreibt es Rushdie selbst. Es ist ein Märchen, eine Liebesgeschichte, in der ein sterblicher Philosoph mit einer Dschinn, einem nach dem islamischen Glauben unsichtbaren dämonenartigen Wesen, Kinder gebiert. Rushdie erschafft eine Welt, in der Unvernunft herrscht, die zwischen Fantasie und Wirklichkeit, zwischen Bösewichten und Fabelwesen spielt, in denen die Konflikte der Welt – von Terror, IS, Fanatismus und Glaubenskriegen geprägt – verschlüsselt herauslesbar sind.

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