München - 15 abgelehnte Asylbewerber sind von München aus zurück in ihre Heimat Afghanistan geflogen worden. Wie das byrische Innenministerium gegenüber der Presseagentur „AFP“ mitteilt, handelt sich dabei ausschließlich um alleinstehende Männer. Damit ist es schon die vierte Sammelabschiebung nach Afghanistan seit Dezember.

Innenministerium bezeichnet  Afghanistan als „ausreichend gesichert“

Neben Bayern beteiligten sich an der Rückführung demnach auch die Bundesländer Baden-Württemberg, Brandenburg, Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern und Rheinland-Pfalz. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) kündigte an, dass Bayern Abschiebungen des Bundes nach Afghanistan weiterhin nutzen werde.

Die „Bewertung der aktuellen Sicherheitslage durch die Bundesregierung“ lasse „Rückführungen in gesicherte afghanische Provinzen zu“, erklärte der Minister.

Herrmann kritisiert Abschiebestopp

Das Verhalten einiger anderer Bundesländer, die einen pauschalen Abschiebestopp nach Afghanistan verfügt haben, kritisierte Herrmann erneut als rechtswidrig. Seit Mitte Dezember wurden bei nunmehr vier Sammelabschiebungen insgesamt 93 abgelehnten Asylbewerber aus Deutschland nach Afghanistan geflogen.

Zahlreiche Abschiebungen geplatzt

In Norddeutschland ist der „Neue Osnabrücker Zeitung“ (Dienstagsausgabe) zufolge im vergangenen Jahr jede zweite Abschiebung gescheitert. Das zeigten Zahlen der Innenbehörden von Niedersachsen, Bremen, Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. Von 9430 geplanten Abschiebungen platzten demnach 4803. (mit afp)