„Ohh, ist das schön hier!“, ruft das kleine Mädchen mit den Sommersprossen fröhlich, als es die Toiletten einer Autobahnraststätte begutachtet. Die Szene stammt aus einem Sanifair-Werbespot, der vor rund zwei Wochen im Netz kursierte. Er zog einen regelrechten Shitstorm (der Name ist Programm - so viel Kalauer muss sein) mit sich. Kitschig, überdreht, sülzig, peinlich, lächerlich - so kann man den Clip knapp zusammenfassen.

Der Spot wurde von der Agentur Pie Five produziert. Die zehnjährige Amelie erkundet in dem zweieinhalb Minuten langen Video – untermalt von penetranter Klaviermusik – hopsend und tänzelnd eine Sanifair-Toilette und ist hin und weg von den bezaubernden Wundern, die ihr da geboten werden.

Nun hat der Bayerische Rundfunk (BR) mit dem Spot "Saniquer“ nachgezogen. In der Sommerserie „quer-beckstage„ parodieren die Macher den Saubermann-Werbespot von Sanifair - und setzen damit ein klares Signal gegen Massentierhaltung und Billigfleisch.

Der Ort des Geschehens: Ein Massentierhaltungs- und Schlachthof. Die Protagonistin: Eine Frau mit Seitenzöpfen, die hüpfend mit einem Plüschschwein im Rucksack durch die Hallen hüpft. Während die Schauspielerin an blutigen Schweinehälften vorbeitänzelt, ruft sie verzaubert und mit glänzenden Augen: „Ohh, ist das schön hier!“ Sie schnuppert an dem toten Fleisch und sagt lächelnd: „Mh, das riecht frisch.“

„So magisch, das müsste doch auch für andere Saubermann-Branchen funktionieren - oder? Wir probieren das mal unter dem Motto 'Also ich find' Billig-Fleisch super, und du?'“, schreibt die Redaktion zu dem Spot. Inzwischen hat der Spot bei Youtube schon rund 5000 Klicks. (Stand: 6. August 2015)

(Mit Harald Jähner)