Sabine Rennefanz
Foto: Ostkreuz/Maurice Weiss

BerlinElternsein besteht vor allem darin, auf etwas zu warten – es geht mit den Wehen los, dann das erste Lächeln, die ersten Schritte, das erste Mal durchschlafen. Man wartet und studiert die Bögen mit den Entwicklungsschritten. Sollte es nicht längst feste Nahrung zu sich nehmen? Aufs Töpfchen gehen? Man zweifelt, schimpft und hofft, dass das Kind endlich größer wird. Und wenn es dann passiert, wenn das Kind dann läuft und keine Windel mehr braucht, ist es völlig normal und als wäre es schon immer so gewesen. Und das frühere Kind, das nicht laufen konnte, das nur Milch trank, ist verschwunden. Und dann sagen Eltern: „Ach, die Zeit vergeht so schnell.“

Ich musste daran denken, als mein fünf Jahre alter Sohn neulich im Urlaub aus dem Bett fiel und dabei nicht mal aufwachte. Ich fragte mich beim Frühstück am nächsten Tag, wer das ist, der da neben mir Cornflakes löffelt. Wo ist das Kind, das aufschreckte, wenn ich mich abends aus dem Zimmer herausschlich und eine Diele dabei zu laut knarrte? Wenn man es wagte, zu laut zu husten, wachte er wieder auf.

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