SPD-Bundestagsabgeordneter Karamba Diaby
Foto:imago (Archivbild)

HalleUnbekannte haben auf das Bürgerbüro des SPD-Bundestagsabgeordneten Karamba Diaby in Halle (Saale) geschossen. Das teilte Diaby am Mittwoch mit. Fünf Einschusslöcher seien am Mittwochmorgen in der Fensterscheibe des Büros entdeckt worden. Dort sei das Konterfei des Abgeordneten zu sehen gewesen.

 „Ich verurteile diese Gewalt. Polizei und Staatsschutz ermitteln“, teilte Diaby mit. Die Hintergründe seien noch nicht klar. Die Polizei bestätigte die Ermittlungen. In der Kleinen Ulrichstraße sei „offenbar auf mehrere Gebäude geschossen“ worden, hieß es. Es seien „mehrere Einschusslöcher an einem Schaufenster festgestellt“ worden. Projektile seien nicht gefunden worden. Zur Ursache der „Sachbeschädigungen“ könne die Polizei derzeit nichts sagen. Auch an zwei weiteren Gebäuden in der Nähe seien „Rückstände eines möglichen Beschusses festgestellt“ worden.

Einschusslöcher sind in einer Scheibe des Büros von SPD-Bundestagsabgeordneten Karamba Diaby in Halle zu sehen.
Foto: dpa/Petra Buch

Es ist nicht der erste Angriff auf das Bürgerbüro Diabys. Der MDR berichtete im Juni 2015, dass die Schaufensterscheibe des Büros nachts eingeworfen wurde. Das Wahlkreisbüro des CDU-Bundestagsabgeordneten Christoph Bergner war damals mit blauer Farbe beworfen worden. 

Karamba Diaby setzt sich immer wieder lautstark gegen Rechtsextremismus ein und ist seit Jahren Ziel rechtsextremer Hasskommentare und Bedrohungen.

Politiker mehrerer Parteien bekundeten ihre Solidarität mit Diaby. Der CDU-Bundestagsabgeordnete Matthias Hauer schrieb auf Twitter: „Solche Angriffe dürfen wir nicht auf die leichte Schulter nehmen. Auch dabei muss unsere Demokratie wehrhaft sein und sollten alle Demokraten zusammenhalten.“ Europa-Staatsminister Michael Roth (SPD) schrieb: „Die Saat des Hasses geht auf. Der #Rechtsterrorismus schreckt vor nichts zurück. Nicht beirren lassen, lieber @KarambaDiaby!“