Berlin - Sie finden auch die Zustimmung der Bundesregierung, deren Strategie zur Bewältigung der Krise schon seit langem vor allem heißt: Sparen und Kontrolle. Schon ein oberflächlicher Blick auf die wirtschafts- und sozialpolitische Lage in den Krisenländern (mehr als 40 Prozent Jugendarbeitslosigkeit in Spanien!) zeigt aber, das sie Hilfe brauchen. Neben das Fordern muss ein Fördern treten. Anders als der Bundesregierung ist das der EU-Kommission in Brüssel klar.

Sie stellt deshalb der strengen Etatkontrolle die Idee von gemeinsamen Anleihen der Eurostaaten gegenüber, die sie Stabilitätsbonds nennt. Sie milderten die Zinslast der Krisenländer und gäben ihnen so etwas Luft für das dringend notwendige wirtschaftliche Wachstum. Mit andere Worten: Sie verhinderten, dass sich die Staaten sich totsparen müssen.

Deshalb ist die Flankierung des Spardrucks (Fordern) durch Stabilitätsbonds (Fördern) richtig. Über kurz oder lang wird es auch Berlin einsehen – schon weil es für die Exportnation Deutschland nicht unwesentlich ist, wie sich die Euro-Nachbarschaft ökonomisch entwickelt.