Schule beginnt für Berliner Erstklässler

Die Schultüte hat ihren Zweck erfüllt, jetzt beginnt in den ersten Klassen der Unterricht. Damit besucht eine Rekordzahl von Schülern die Berliner Schulen. D...

ARCHIV - Schulanfänger haben ihre Schulranzen vor sich abgestellt.  pa/Symbolbild
ARCHIV - Schulanfänger haben ihre Schulranzen vor sich abgestellt. pa/SymbolbildRobert Michael/dpa-Zentralbild/d

Berlin-Zwei Tage nach ihrer offiziellen Einschulung beginnt für 37.000 Berliner Mädchen und Jungen an diesem Montag der Schulalltag. Verbände riefen Autofahrer und andere Verkehrsteilnehmer auf, besonders vor Schulen rücksichtsvoll und vorausschauend zu fahren. In diesem Jahr beginnen so viele junge Menschen in Berlin ihre Schullaufbahn wie seit 2005 nicht. Für die älteren Jahrgänge hatte der Unterricht schon in der vergangenen Woche wieder angefangen.

Erstmals sind am Samstag auch Kinder zum Schuljahresbeginn eingeschult worden, deren Familien vor dem russischen Angriffskrieg in der Ukraine geflohen sind. In der Tempelherren-Grundschule in Tempelhof etwa waren es drei Kinder aus der Ukraine, darunter die sechsjährige Yeva aus Schytomyr. Sie kam mit ihrer Mutter und ihrer Berliner Gastgeberin zur Einschulungsfeier.

Schon vor den Ferien wurden laut Schulverwaltung knapp 5000 Kinder und Jugendliche aus der Ukraine in Berliner Schulen unterrichtet, knapp 3000 davon in Willkommensklassen. Weitere 1000 haben sich demnach vor den Sommerferien zum Schulbesuch angemeldet. Die Bezirke arbeiteten daran, weitere Plätze zu schaffen. Personal dafür sei vorhanden, hieß es.

Im neuen Schuljahr lernen in den Berliner Schulen so viele Schülerinnen und Schülern wie noch nie. Ihre Zahl stieg nach Angaben der Bildungsverwaltung an den allgemeinbildenden Schulen im Vergleich zum vergangenen Schuljahr um gut 6800 auf 383.290.

Berliner Elternvertreter fürchten, dass in den nächsten Jahren zu wenig Geld für die Sanierung, die Erweiterung und den Neubau von Schulen bereitgestellt wird. Man nehme die Investitionsplanung für Schulsanierung mit Schrecken und großer Sorge zur Kenntnis, teilte der Landeselternausschuss am Wochenende mit. Das Gremium warnte vor einem Verlust von Schulplätzen. Der Finanzbedarf sei sehr groß.

Nach Senatsangaben wurden im Rahmen der 2016 begonnenen „Schulbauoffensive“ bislang 25.000 Schulplätze geschaffen und 2,9 Milliarden Euro ausgegeben. In den kommenden Jahren werde sich die Neubautätigkeit weiter steigern. Geplant sei, bis zum Schuljahr 2026/27 gut 31.200 zusätzliche Plätze zu schaffen.

In vielen Schulen sind nach Darstellung des Elternausschusses aber nötige Sanierungs- und Baumaßnahmen über längere Zeiträume ausgeblieben.