Berlin - Ihren ersten Einsatz auf der „Sea Watch 3“ hat sich Pia Klemp anders vorgestellt. Das neue Schiff der in Berlin ansässigen Nichtregierungsorganisation ist erst seit dem 2. November im Mittelmeer unterwegs, es ist größer als die bisherigen und kann auch Menschen in Seenot an Bord nehmen. In den ersten Tagen ist alles ruhig. Dann aber kommt es zu einem dramatischen Zwischenfall, der die Mission erst einmal beendet. Pia Klemp, die Kapitänin und ihre Crew sitzen jetzt im Hafen von Pozzallo fest, im äußersten Südosten Siziliens.

Vorerst darf das Schiff nicht auslaufen, die italienischen Behörden ermitteln gegen Unbekannt, weil es bei dem Rettungseinsatz zu Toten kam. Am Mittwochabend wurde Klemp von der örtlichen Polizei befragt, am Donnerstag zwei weitere Besatzungsmitglieder. 59 Menschen brachte die „Sea Watch 3“  nach Sizilien, sie hatte auch ein totes Kind an Bord. Im Telefongespräch mit dieser Zeitung zittert Pia Klemp noch immer die Stimme, als sie erzählt, wie sie versucht haben, den zwei Jahre alten Jungen aus Nigeria wiederzubeleben.

Lesen oder hören Sie doch weiter.

Erhalten Sie unbegrenzten Zugang zu allen B+ Artikeln der Berliner Zeitung inkl. Audio.

1 Monat kostenlos.

Danach 9,99 € im Monatsabo.

Jederzeit im Testzeitraum kündbar.

1 Monat kostenlos testen

Sie haben bereits ein Abo? Melden Sie sich an.

Doch lieber Print? Hier geht’s zum Abo Shop.