Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) hat seine Kritik an Teilen der Justiz mit der Aufarbeitung von Missbrauch in der katholischen Kirche verglichen. So wie es ihm darum gehe, einzelne Missstände bei der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) anzusprechen, sei es den Kritikern der Kirche um die Aufdeckung von Skandalen gegangen, sagte er in einem bereits vergangene Woche ausgestrahlten Interview mit den „Vorarlberger Nachrichten.“ „Ich glaube, keine Institution sollte sakrosankt sein“, so der Regierungschef. Die liberalen Neos sprachen am Montag von einer „Entgleisung“ des Kanzlers und forderten deutliche Worte der Entschuldigung. Die Aussagen des Kanzlers seien eine „Herabwürdigung der vielen Opfer der Missbrauchsskandale der letzten Jahrzehnte“, sagte Neos-Generalsekretär Douglas Hoyos.

Kurz hat in den vergangenen Monaten mehrfach die Arbeit der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) als nicht unvoreingenommen kritisiert. Er warf der Behörde vor, ein sozialistisches Netzwerk zu sein, welches sich seiner Verfolgung aus politischen Gründen widme. Die Opposition sieht in den Vorhaltungen einen Angriff auf den Rechtsstaat, weil die Staatsanwaltschaft auch im möglichen Fall von politischen Präferenzen bei ihrem Vorgehen an die Einhaltung der Gesetze gebunden ist. Die Behörden ermitteln gegen ihn wegen des Verdachts der Falschaussage im Ibiza-Untersuchungsausschuss. Kurz bestreitet das. Jüngst sagte er der Bild-Zeitung, dass er allerdings mit einer Anklage rechne, aber trotzdem weiter im Amt bleiben wolle.

Lesen oder hören Sie doch weiter.

Erhalten Sie unbegrenzten Zugang zu allen B+ Artikeln der Berliner Zeitung inkl. Audio.

1 Monat kostenlos.

Danach 9,99 € im Monatsabo.

Jederzeit im Testzeitraum kündbar.

1 Monat kostenlos testen

Sie haben bereits ein Abo? Melden Sie sich an.

Doch lieber Print? Hier geht’s zum Abo Shop.