Vermummt und entschlossen: Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) in Stuttgart.
Foto: imago-images/Arnulf Hettrich

Berlin - Bundesinnenminister Horst Seehofer sieht die Chaosnacht in Stuttgart, in der Jugendliche über Stunden randaliert und geplündert haben, als Teil einer negativen Gesamtentwicklung in Deutschland. „Der Gewaltexzess in Stuttgart ist allein schon schlimm genug“, sagte Seehofer am Montag bei einem Besuch in der baden-württembergischen Landeshauptstadt. „Man muss das aber auch einbetten in die gesamte deutsche Entwicklung.“ So nehme die Zahl der Gewalttätigkeiten und Beleidigungen gegen Polizeibeamte, aber auch gegen Rettungskräfte stetig zu. Es gehe hier auch um die Verunglimpfung der Staatsgewalt mit Worten. „Aus Worten folgen immer auch Taten“, sagte er.

Mit einer ähnlichen Begründung hatte der CSU-Politiker in der Bildzeitung angekündigt, Strafanzeige gegen eine Kolumnistin der Berliner tageszeitung (taz) zu stellen, weil sie in einem Artikel Polizisten beleidigt habe. In dem satirisch gemeinten Text macht sich die Autorin Hengameh Yaghoobifarah Gedanken, wie man Polizisten sinnvoller beschäftigen könnte und schlägt schließlich die Mülldeponie vor: „Nicht als Müllmenschen mit Schlüsseln zu Häusern, sondern auf der Halde, wo sie wirklich nur von Abfall umgeben sind. Unter ihresgleichen fühlen sie sich bestimmt auch selber am wohlsten.“ Der Artikel hat auch innerhalb der Redaktion der taz eine heftige Kontroverse ausgelöst. Die Chefredakteurin der taz, Barbara Junge, hatte bedauert, dass der Text erschienen sei.

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