Es kommt nicht so häufig vor, dass die Berliner Landesregierung ihre alldienstägliche Sitzung an einem anderen Ort als im Roten Rathaus abhält. Am Dienstag war es so weit, das Kabinett kam im Olympiastadion zusammen. Anlass waren die Special Olympics, die Sportspiele für Menschen mit geistiger und mehrfacher Beeinträchtigung, die noch bis Freitag auf dem Gelände des Olympiaparks und an diversen anderen Orten in der Stadt stattfinden. Der Senat nutzte die Gelegenheit für einen Blick aufs Geschehen und weit voraus ins nächste Jahr.

Nach einem Besuch der Spiele zeigte sich Sportsenatorin Iris Spranger (SPD) gleichermaßen beeindruckt von den Leistungen der Teilnehmer wie vom Engagement der Trainer und Ehrenamtlichen. 4900 Athleten messen sich dieser Tage und noch bis Freitag in 21 Disziplinen – von Boccia bis Turnen. Austragungsorte sind unter anderem der Olympiapark, die Schwimmhalle an der Landsberger Allee und das benachbarte Velodrom.

Schon der Name Special Olympics, Nationale Spiele lässt es erahnen: Da kommt noch etwas nach. Die Special Olympics World Games, die Weltspiele für Menschen mit geistiger und mehrfacher Behinderung, sind vom 17. bis zum 25. Juni kommenden Jahres in Berlin terminiert. Dazu werden 7000 Athleten aus aller Welt erwartet, betreut und unterstützt von 20.000 Freiwilligen. Zentrale Austragungsstätte soll dann das Hanns-Braun-Stadion im Olympiapark sein. Der ursprünglich dafür vorgesehene Jahn-Sportpark wird nicht rechtzeitig fertig.

Tatsächlich sind nicht einmal die politischen Debatten über die Zukunft des Areals in Prenzlauer Berg abgeschlossen. Aktueller Stand: Das Cantian-Stadion soll einem Neubau an gleicher Stelle für kolportierte 120 Millionen Euro weichen. Der umliegende Jahn-Sportpark soll zur Inklusionssportanlage ausgebaut werden.

Das ist der Plan, wie ihn die Senatssportverwaltung im Februar veröffentlicht hat. Dazu gibt es scharfe Kritik von einer Bürgerinitiative und vom Grünen-Koalitionspartner.

Mit solchen Feinheiten wollte sich Senatorin Spranger am Dienstag nicht aufhalten. Ginge es nach ihr, könnten die World Games schon jetzt kommen. „Berlin ist Inklusionshauptstadt“, sagte sie auf der anschließenden Pressekonferenz. In Schulen und Vereinen sei Inklusion, das Zusammenleben von Menschen mit und ohne Beeinträchtigung, „ein völlig normaler Vorgang. Und diese Normalität in den Köpfen brauchen wir auch in der Gesellschaft.“

Am Senat soll es nicht scheitern. „Wir wollen mit unserem Besuch den Sportlern und auch den vielen engagierten Helfern zeigen, dass wir sie wertschätzen und würdigen“, sagte Berlins Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey (SPD).