Der neue Wohn- und Hotelturm des US-Investors Hines soll 150 Meter in den Himmel ragen
Foto: Frank Gehry

BerlinSpätestens seit dem Einsturz des Kölner Stadtarchivs beim Bau der U-Bahn ist klar, dass die Sicherheit bei großen Bauprojekten immer Priorität haben muss. Es ist deswegen nachvollziehbar, dass die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) den Bau eines 150 Meter hohen Wohn- und Hotelturms am Alexanderplatz durch den US-Investor Hines davon abhängig machen, dass der Verkehr auf der unter dem Bauplatz verlaufenden U-Bahnlinie 5 nicht beeinträchtigt wird.

BVG gibt Entwarnung und empfiehlt den Bau eines neuen Tunnels

Nachdem die BVG noch vor etwas mehr als einem Jahr vor einem möglichen Grundwassereinbruch in ihre Tunnelanlagen im Fall einer Havarie auf der Baustelle warnte, gab sie nun aber intern in einem Brief an den Regierenden Bürgermeister Entwarnung: Gutachter von Hines und der BVG empfehlen danach den Bau eines neuen Tunnels im alten Tunnel, wodurch der Betrieb der U-Bahn sichergestellt werden soll.

Obwohl dies ein wichtiger Schritt in Richtung des Hochhausprojekts ist, reicht dies aber noch nicht aus. Selbst wenn sich BVG und Hines, wie zu erwarten ist, auf Grundlage dieser technischen Lösung auf eine nachbarschaftliche Vereinbarung verständigen, ist es nötig, dass auch die Technische Aufsichtsbehörde für die U-Bahn grünes Licht gibt. Nur dann darf das Bebauungsplanverfahren fortgesetzt werden, durch das das Baurecht für den Turm geschaffen wird.

Der Architektenkammer sollte in Zukunft Gehör geschenkt werden

In der jetzt neu aufgeflammten Debatte über Hochhäuser in Berlin sollte zudem die Kritik der Architektenkammer aufgenommen werden, stets Wettbewerbe zu veranstalten, um die beste architektonische Idee zu finden. Das abschreckende Beispiel für das 140 Meter hohe Bürohaus an der Warschauer Brücke zeigt, wie wichtig die Forderung ist.