Fliegen könnte so schön sein. Doch jeder weiß um die harte Geduldsprobe, die einen zu Beginn des wohlverdienten Sommerurlaubs am Flughafen erwartet. Erst einmal heißt es nämlich Schlangestehen am Ticketschalter zwischen quengelnden Kindern und gestressten Eltern. Gleich beim Sicherheitscheck wartet die nächste Strapaze: Schuhe aus, den Gürtel aus der Hose ziehen und dann im Gänsemarsch mit dem Hosenbund in der Hand durch den Metalldetektor oder gar in den umstrittenen Körperscanner.

Vor allem an US-Flughäfen wird ein Passagier sehr genau durchleuchtet. Nach den Anschlägen vom 11. September verschärften die USA ihre Sicherheitskontrollen.

Gut zehn Jahre später gelten zumindest für zahlungswillige Vielflieger wieder die alten Bestimmungen, wie das Wall Street Journal berichtet. Demnach können sich US-Bürger gegen einen Obolus von 100 Dollar einem „Precheck“ unterziehen, bei dem nach Indizien für einen terroristischen Hintergrund gesucht wird.

Lässig an der Schlange vorbei

Hegt die Behörde für innere Sicherheit nach dem Test keinen Verdacht, dürfen die Fluggäste Schuhe und Gürtel anbehalten und werden fortan nur noch mit einem Metalldetektor kontrolliert. Sie umgehen damit die lästigen Schlangen und spazieren an der wartenden Menge einfach vorbei.

Gerade einmal 30 Sekunden nimmt die Leibesvisitation für Bevorzugte noch in Anspruch. Otto-Normal-Flieger warten da schon mal eine knappe Stunde am John F. Kennedy Airport in New York. Auch das Sicherheitspersonal soll den besonderen Fluggast stets mit einem Lächeln auf den Lippen begrüßen, wie mancher behauptet.

Den Terroristen leichter finden

In die engere Auswahl kommt ein Gast jedoch nur, wenn er zuvor von seiner Fluggesellschaft vorgeschlagen wurde. Doch selbst wer für die vereinfachte Kontrolle vorgesehen ist, kann sich der Komfort-Behandlung nicht sicher sein. Erst beim Blick auf die Boarding-Karte lässt sich feststellen, ob man an den Wartenden vorbeigeschleust wird. Wen genau die Behörde für die entschärften Sicherheitschecks freigibt, will sie nicht verraten.

An neun Flughäfen wird das Pilotprojekt derzeit erprobt. „Wir erhoffen uns davon, den einen Terroristen aus einer Milliarde Fluggäste leichter zu finden“, sagt John Pistole von der zuständigen Behörde für Transportsicherheit. Durch die Prechecks könne man sich besser auf die risikoreicheren Passagiere konzentrieren. Diese müssen jetzt noch länger in der Schlange warten. Denn für die Handvoll zugelassener Fluggäste müssen schließlich eigens Sicherheitsleute abgestellt werden.