Moskau - Während sich andere deutsche Unternehmen mit Investitionen in Russland derzeit zurückhalten, hält der deutsche Technologie-Konzern Siemens an seinem Russlandgeschäft fest. Die Aktie legte leicht zu, nachdem das Unternehmen bekannt gab, trotz des angespannten Verhältnisses zwischen Moskau und Berlin weiter in Russland investieren zu wollen.

„Wir setzen auf eine langfristige Wertepartnerschaft“, sagte der Vorstandsvorsitzende Joe Kaeser bei einem Treffen mit Kremlchef Wladimir Putin. „Siemens und Russland verbindet eine 160-jährige Tradition. Die lange Tradition zeigt, dass wir bei Herausforderungen miteinander und nicht übereinander sprechen sollten“, betonte Kaeser. Putin hatte Kaeser in seiner Präsidentenresidenz Nowo-Ogarjowo bei Moskau empfangen. Er versprach Siemens, für Investitionen günstige Bedingungen zu schaffen. Zur Delegation des russischen Präsidenten gehörte auch Russlands Bahnchef Wladimir Jakunin, der auf der Sanktionsliste des Westens steht.

Kanzlerin Merkel habe keine Einwände

Die Kritik, Siemens unterlaufe mit dem Besuch die Bemühungen, Russland für seine Krimpolitik zu isolieren, wies Kaeser im ZDF zurück. „Wir besuchen unsere Kunden“, sagte er. Siemens lasse sich von seinen langfristigen Planungen nicht durch „kurzfristige Turbulenzen“ abbringen. Man respektiere das Primat der Politik, aber man setze eher auf Dialog und Verständigung. Kanzlerin Angela Merkel sagte bereits am Nachmittag, sie habe keine Einwände gegen die Gespräche.