Berlin - Die Union verlangt von Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) Aufklärung über sein Abendessen mit Russlands Präsident Wladimir Putin Anfang Juni in Sankt Petersburg. Daran hatte auch Ex-Kanzler Gerhard Schröder teilgenommen, der Aufsichtsrat des russischen Ölkonzern Rosneft werden will.

Der außenpolitische CDU/CSU-Fraktionssprecher Jürgen Hardt (CDU) schrieb in einem „Bild am Sonntag“ vorliegenden Brief an Gabriel: „Um jeden Zweifel an einer Verquickung von persönlichen Geschäftsinteressen von Bundeskanzler a.D. Schröder und Ihren Amtspflichten auszuschließen, hielte ich es für wichtig, dass wir Außenpolitiker über den genauen Inhalt dieses Treffens informiert werden.“ Besonders interessiere ihn, „ob die Neubesetzung des Aufsichtsrats von Rosneft seinerseits Thema des Treffens in Sankt Petersburg war“ und wann Gabriel zum ersten Mal von dem Vorschlag gehört habe, dass Schröder „für eine wichtige Position im russischen Staatskonzern vorgesehen ist“.

Die Personalie Schröder ist auch deshalb umstritten, weil Rosneft mit EU-Sanktionen belegt ist, die wegen der russischen Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim beschlossen wurden. (dpa)