Plenarsaal im Bundestag.
Foto: imago

Berlin - 31 Jahre alt, unzählige Semester an verschiedenen Universitäten eingeschrieben und am Ende doch kein Abschluss – Kevin Kühnerts Biografie entspricht der vieler Langzeitstudierenden. Als der Juso-Vorsitzende in dieser Woche seine Kandidatur für den Bundestag bekannt gab, rollte die Twitter-Lawine sofort an. Er solle einen Abschluss machen, er solle erst mal „richtig arbeiten“ gehen, bevor er Parlamentarier wird. Wie viel Berufspolitikertum ist für ein Parlament verträglich?

Es gibt sie zur Genüge, die Politiker, die direkt vom Hörsaal in den Plenarsaal wechselten. Beispielsweise Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) oder Staatssekretärin Dorothee Bär (CSU). Während der heutige Staatsminister im Auswärtigen Amt, Nils Annen, vor zwölf Jahren noch von der Partei für seine 25 abschlusslosen Semester abgestraft wurde, stehen Kevin Kühnert heute viele Wege offen. Zumindest in der Politik, denn ein Abschluss ist keine Voraussetzung, um Abgeordneter zu werden. „Ich habe nie einen Hehl daraus gemacht, dass ich keinen Studienabschluss habe.“ Publizistik war das falsche Fach, für Politikwissenschaften fehlte ihm die Zeit. Politische Ämter kamen dazwischen.

Lesen Sie doch weiter

Erhalten Sie unbegrenzt Zugang zu allen Online-Artikeln der Berliner Zeitung für nur 9,99 € im Monatsabo.

Jetzt abonnieren

Sie haben bereits ein Abo? Melden Sie sich an.

Doch lieber Print? Oder das E-Paper? Hier geht’s zum Abo Shop.