Sixt prüft rechtliche Schritte nach Post von AfD-Politiker Magnitz

Autovermieter Sixt prüft rechtliche Schritte gegen den bisher unbekannten Urheber eines Fotos, das AfD-Politiker Frank Magnitz auf seinem Facebook-Account geteilt hat. Der Beitrag im Stil einer Sixt-Werbung zeigt Bundeskanzlerin Angela Merkel mit blauem Auge, dazu den Spruch „Kein Bock auf Bahnhof?“.

Magnitz, Sprecher des Landesverbandes der AfD Bremen, war am Montag in Bremen angegriffen und schwer verletzt worden. Die AfD hatte zunächst verbreitet, Magnitz sei mit einem Kantholz niedergeschlagen worden. Anschließend hätten seine Angreifer ihm gegen den Kopf getreten. Polizei und Staatsanwaltschaft haben diese Version des Angriffs mittlerweile entkräftet. Videoaufnahmen zeigten, wie Magnitz von hinten geschlagen wird, jedoch seien weder ein Gegenstand noch Tritte auf den Aufnahmen zu erkennen.

AfD-Chef Jörg Meuthen macht „Linksterroristen“ für den Angriff verantwortlich. Zwar gehen auch die ermittelnden Behörden von einem politisch motivierten Angriff aus, gesichert ist das jedoch noch nicht. Im Netz verbreitete sich der Vorwurf, das Hashtag #NazisRaus habe den Weg für den „Mordanschlag“ gegen Magnitz geebnet.

Als Reaktion auf den Vorwurf, linke Rhetorik habe zum Angriff auf den AfD-Politiker geführt, verbreiteten Nutzer auf Twitter alte Facebook-Beiträge von Magnitz selbst – allesamt mit gewalttätigen, erniedrigenden oder beleidigenden Motiven. Auf ein Posting im eigenen Werbestil aufmerksam gemacht, distanzierte sich Autohersteller Sixt deutlich: „Bei diesem Motiv handelt es sich um eine Fälschung, es wurde von Sixt weder entworfen noch autorisiert. Wir distanzieren uns auf das Schärfste von dem Zusammenhang, der dadurch hergestellt wird, und verurteilen jede Form von Gewalt. Wir prüfen derzeit rechtliche Schritte.“

Hinweis: In einer vorherigen Version dieses Artikels haben wir geschrieben, Sixt prüfe rechtliche Schritte gegen Frank Magnitz selbst. Das ist so nicht richtig. Sixt prüft rechtliche Schritte gegen den Urheber des Bildes. Ob es sich dabei um Magnitz handelt oder ob dieser das Bild nur verbreitet hat, sei bisher nicht bekannt.