Wie gefährdet sind Fußgänger, die während des Laufens ihr Mobiltelefon benutzen? Von der Berliner Polizei werden Verkehrsunfälle, die aus diesem Anlass entstehen, bislang noch nicht gesondert erfasst und ausgewertet. Doch nun hat sich der Fachverband Fußverkehr Deutschland (FUSS), dessen Bundesgeschäftsstelle sich in Wedding befindet, mit diesem Thema befasst.

„Noch gibt es kaum vernünftige Unfallanalysen, und noch sind in Deutschland eher die Autofahrerinnen und Autofahrer im Visier“, bemängelte der Verband in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift „mobilogisch“. Dabei sei es eine „Binsenwahrheit“, dass der Gebrauch von Mobiltelefonen von der Wahrnehmung des Straßenverkehrs ablenkt, hieß es in dem Beitrag.

Mitschuld für Handysüchtige

Internationale Studien zeigen, dass es immer mehr Unfälle mit Fußgängern gibt, die ihr Mobiltelefon benutzen. „Es ist tatsächlich nicht mehr witzig, was Schülerinnen und Schüler am Rand schnell befahrener Hauptverkehrsstraßen mit ihren Smartphones treiben“, so FUSS.

Der Fachverband schlägt vor, dass die Benutzung mobiler Endgeräte im verkehrsrelevanten öffentlichen Raum unter Strafe gestellt wird?– wie der Gebrauch von Mobiltelefonen von Autofahrern am Steuer. Wer als Fußgänger verunglückt, während er ein Handy benutzte, sollte zumindest ein Mitschuld zugesprochen werden. „Das wäre nur gerecht“, hieß es. Der Verband schlug eine Kampagne vor: „Kopf hoch beim Gehen!“