Deutschlands Botschafter in Russland, Géza Andreas von Geyr, Ministerpräsident Markus Söder (CSU) und sein Chef der Staatskanzleichef, Florian Herrmann (CSU) (v. r. n. l.) auf em Roten Platz in Moskau.
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MoskauCSU-Chef Markus Söder will bei seinem Treffen mit Russlands Präsidenten Wladimir Putin auch den mutmaßlichen Auftragsmord an einem Georgier ansprechen. Eine vollständige Kooperation bei der Aufklärung des Falles sei wichtig und notwendig, sagte der bayerische Ministerpräsident am Mittwochmorgen am Roten Platz in Moskau. „Insbesondere, wenn Verdächtigungen und Gerüchte im Raum sind.“ Er werde das Thema bei dem Kremlchef „einfach ganz vernünftig und seriös“ ansprechen. 

Der Fall hat die deutsch-russischen Beziehungen schwer belastet. Die Bundesanwaltschaft verdächtigt staatliche Stellen in Russland oder in der Teilrepublik Tschetschenien, den Mord in Auftrag gegeben zu haben. Der 40 Jahre alte Georgier, der in Tschetschenien auf Seite der Separatisten gekämpft haben soll, war am 23. August in Berlin von hinten erschossen worden. Die Bundesregierung wirft Russland fehlende Kooperation bei der Aufklärung vor. Daraufhin wiesen Berlin und Moskau jweils zwei Diplomaten aus. 

Söder will stärkere Zusammenarbeit mit Russland

Söder betonte, dass er die wirtschaftliche Zusammenarbeit mit Russland stärken und ausbauen wolle. „Es ist aber auch klar, darauf hinzuweisen, dass auch viel mehr möglich wäre, wenn sich politisch was bewegt“, sagte Söder. Der Besuch sei auch eine Verstärkung der deutschen Außenpolitik. 

Vor seinem Termin im Kreml am Nachmittag (Ortszeit) besuchte Söder den Roten Platz und die Basiliuskathedrale und legte am Grabmal des unbekannten Soldaten einen Kranz nieder. Gemeinsam mit dem Moskauer Bürgermeister Sergej Sobjanin will er zudem neue Vereinbarungen zu engeren Wirtschaftsbeziehungen - soweit trotz Sanktionen erlaubt - auf den Weg bringen.