Berlin - Hat die Justiz da wieder mal zwei Einzelne erwischt? Ist das einer jener Fälle von Personen oder Gruppen, die sich, in den Sicherheitsbehörden ausgebildet, nach – oder schon während – einer Laufbahn dort in den Dienst der rechten Umsturzfantasie begeben? Fälle wie diese kennen wir genug: aufgeflogene rechtsextreme Netzwerke der Einheit bei der Bundestagspolizei, allgemein bei der Polizei und dem KSK. Grausam, wie man sich schon gar nicht mehr über solche Fälle wundert.

Diesmal geht es um zwei Ex-Soldaten, die offenbar paramilitärische Einheiten planten. Die Bundesgeneralanwaltschaft nahm die beiden am Mittwoch fest und teilte mit: Das Ziel sei eine Söldnergruppe – eine Privatarmee – gewesen, um mit bis zu 150 „Mann“ in den Krieg im Jemen einzugreifen. 40.000 Euro monatlich hätten sie damit pro Kopf anscheinend gern verdient, gewünschter Finanzier sei der saudische Staat gewesen. Was hatten sie damit wohl vor?

Folgt man Recherchen des Spiegel, tun sich bedrohliche Denkmöglichkeiten auf. Offenbar waren beide Verdächtige nach ihrer Zeit bei der Armee für die deutsche Sicherheitsfirma Asgaard tätig, zeitweise in leitender Funktion. Die Firma ist nicht nur bekannt dafür, die Nazi-Zeit zu zelebrieren. Asgaard und ähnliche Firmen sind wohl auch dafür bekannt, explizit Personen aus der Bundeswehr und aus der Polizei mit entsprechender Einstellung zu rekrutieren.

Nun wird bei den zwei ehemaligen Soldaten ein Strafmaß ermittelt, doch damit ist gar nichts vom Tisch. Dass rechtsverherrlichende Sicherheitsfirmen ihre Leute in einem solchen Umfeld suchen, ist ein weiteres Symptom dieses sichtbar krankenden Systems. Die Dimension ist nicht mehr kleinzureden. Wie viele Einzelfälle braucht es noch, um es endlich zu erkennen? Wer nun „Reform“ ruft, muss sich erst mal eingestehen: Die Gefahr wohnt schon zu lang und zu bequem im Kartenhaus der Sicherheitsstrukturen.