Berlin - Ein Masterplan zum Solarausbau – das verspricht die neue Berliner Koalition. Bis 2035 soll die Solarenergie ein Viertel der gesamten Stromerzeugung der Stadt decken. Derzeit stammt nicht einmal ein Prozent der Energie aus Photovoltaik. Kann die Koalition das schaffen? Das derzeitige Tempo des Solarausbaus lässt starke Zweifel aufkommen. 

Auch die Koalition selbst scheint nicht besonders überzeugt zu sein. Das Ziel, so steht es im Koalitionsvertrag, soll nur „möglichst“ erreicht werden. Allein mit dieser Formulierung wird quasi vermittelt: „Es könnte klappen oder auch nicht. Ist ja nicht so schlimm.“ Doch, das ist es! Der Ausbau der erneuerbaren Energien muss endlich schnell und in großem Maße vorangetrieben werden – und zwar sofort, in Berlin und bundesweit. Die Zeit läuft uns davon. 

Solarenergie könnte 40 Prozent des Stromverbrauchs decken

Mit dem geplanten Photovoltaik- und Windenergie-Ausbau wird Deutschland die Ziele des Pariser Klimaschutzabkommens weit verfehlen, zeigt eine Studie – ein Armutszeugnis. Dabei könnte gerade Berlin viel auf den Weg bringen. Es gibt zahlreiche geeignete Dachflächen – auf Schulen, Parkhäusern, Supermärkten, Wohnhäusern. Allein mit Solarenergie könnten gut 40 Prozent des aktuellen Stromverbrauchs der Stadt gedeckt werden. Und ja, es muss Strom-Speicher für sonnenarme Tage geben. Auch hier braucht es Investitionen. 

Allein in Berlin fehlen tausende Fachkräfte. Gigantische Ausbildungs- und Weiterbildungsprogramme sind nötig – die sofort starten müssten. Das Gleiche gilt für Förderprogramme. Auch der Abbau bürokratischer Hürden ist längst überfällig. Und warum gilt die Solarpflicht für Neubauten erst ab 2023 und nicht schon heute? Damit Berlins Masterplan auch einer wird, braucht es endlich konsequentes Handeln: und zwar jetzt. Und auf Floskeln, Slogans und Wörter wie „möglichst“ sollte in Zukunft bitte verzichtet werden.