„Solidarischer Herbst“ und Iran-Protest in Berlin

Zwei größere Demonstrationen sorgen am Samstag für Sperrungen in der Berliner Innenstadt. Mittags zieht ein Bündnis aus Gewerkschaften und Sozialinitiativen ...

Teilnehmende an einer Kundgebung für Demokratie und Freiheit im Iran am 28.09.2022 am Brandenburger Tor.
Teilnehmende an einer Kundgebung für Demokratie und Freiheit im Iran am 28.09.2022 am Brandenburger Tor.Kay Nietfeld/dpa

Berlin-Zwei größere Demonstrationen sorgen am Samstag für Sperrungen in der Berliner Innenstadt. Mittags zieht ein Bündnis aus Gewerkschaften und Sozialinitiativen durch das Regierungsviertel und fordert mehr Unterstützung angesichts der steigenden Preise und zugleich eine Energiewende. Am Nachmittag wollen tausende Iraner gegen Unterdrückung und Diskriminierung durch die iranische Regierung protestieren.

Die Sozial- und Umweltgruppen demonstrieren in sechs deutschen Großstädten mit dem Motto „Solidarischer Herbst. Soziale Sicherheit schaffen - Energiewende beschleunigen“. Gefordert werden weitere Entlastungsmaßnahmen und ein Strompreis- und Gaspreisdeckel. In Berlin geht es um 12.00 Uhr am Invalidenpark los. Die Abschlusskundgebung soll um 14.00 Uhr am Brandenburger Tor stattfinden. Angemeldet sind dort bei der Polizei 20 000 Teilnehmer. Kundgebungen gibt es außerdem in Düsseldorf, Frankfurt, Stuttgart, Dresden und Hannover.

Ab 15.00 Uhr demonstrieren Iraner und Unterstützer an der Siegessäule für Solidarität mit den Protesten im Iran. Veranstalter ist ein Frauenkollektiv. Angemeldet sind bei der Polizei 50.000 Teilnehmer. Ob tatsächlich so viele kommen, ist völlig unklar. Die Demonstration zieht durch den Tiergarten und dann wieder zurück zur Siegessäule. Erwartet werden auch Teilnehmer aus anderen Städten Deutschlands.

Auslöser der Massenproteste im Iran war der Tod einer 22-jährigen Frau. Die Polizei hatte sie festgenommen, weil sie angeblich ihr Kopftuch nicht vorschriftsmäßig trug, die Frau starb am 16. September in Polizeigewahrsam.