Köln - Nach den Terroranschlägen von Brüssel mit mindestens 34 Toten und 230 Verletzen mehren sich in den sozialen Netzwerken die Solidaritätsbekundungen. Wie schon nach den Attacken auf die Satirezeitung Charlie Hebdo (#jesuischarlie) im Januar 2015 und der Terrorserie vom 13. November in Paris (#jesuisparis) heißt es auf Facebook und Twitter nun #jesuisbruxelles.

Frauke Petry gefällt das nicht. Die AfD-Vorsitzende spricht sich in einem Facebook-Post gegen derartige Solidaritätsbekundungen aus. Stattdessen fordert sie konkrete Taten gegen den Terror – und vor allem Respekt für diejenigen, die vor dem Terror gewarnt hatten, der AfD. „Nun werden alle so damit beschäftigt sein, gegen rechte Hetzer aufzustehen und zu demonstrieren, dass sie dabei vergessen, etwas dagegen zu tun! Dann heißt es vielleicht bald: Ich bin Berlin, Rom, Malmö und Rotterdam“, schreibt Petry.

Statt #jesuisbruxelles schlägt Petry ironisch den Hashtag #IchbinWelt vor. „Das passt immer und vor allem immer öfter, ihr Heuchler. Heute sind wieder Menschen gestorben und es werden weitere sterben, so lange ihr selbst nicht wisst, wer ihr wirklich seid und wofür ihr steht. Es geht nämlich um unsere Identität als freiheitlich aufgeklärte Europäer!“

Petry meint vermutlich die angebliche Islamisierung Europas, vor der die AfD warnt. Petrys Maßnahme gegen den Terror wäre daher wohl der Stopp der Einwanderung aus muslimisch geprägten Ländern, ein Ziel der AfD.

Schon kurz nach den Terroranschlägen hatten die Europaabgeordneten der AfD, Marcus Pretzell und Beatrix von Storch, die Ereignisse für ihre Propaganda genutzt. Pretzell twitterte unter anderem: „Alle solidarisch mit den Toten. Wann seid ihr endlich solidarisch mit den Lebenden?“ Von Storch schrieb auf Facebook: „Hat natürlich wieder nichts mit nichts zu tun.“