Die Autorin Sophie Passmann.
Foto:  imago images/Future Image

Egal, ob sie ungeschminkt und in langen Hosen durch den Park laufen oder im schicken Kleid vor der Kamera stehen: Frauen dürfen sich einen Kommentar bezüglich ihres Wesens anhören. „Geile Braut“, „hässlich“. Und manchmal werden Frauen ungefragt in den Schritt gefasst.

Das sind keine wilden Fantasien. „Es gehört zum Leben dazu“, wie die deutsche Moderatorin Sophie Passmann sagt, „zumindest zum Leben mancher Menschen“. 

Fast die Hälfte aller Frauen in Deutschland sei schon einmal sexuell belästigt worden. Aus diesem Grund haben die deutschen Entertainer Joko Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf bei dem Fernsehsender ProSieben ihre 15 Minuten Sendezeit genutzt und das Thema in einer Art virtuellen Kunstausstellung gezeigt - durchgeführt von Sophie Passmann.

Das video zu „Männerwelten“ - Belästigung von Frauen.

Video: YouTube/Joko & Klaas

Die 26-Jährige kennt die „Männerwelten“, wie die Ausstellung heißt, gut. Vor allem auf ihren sozialen Netzwerken wird die ausgebildete Journalistin immer wieder angegangen. Wegen ihres Aussehens oder weil sie ihre Meinung sagt. 

Bekannt wurde Passmann neben ihrer Moderatoren-Tätigkeit für Radiosender wie „1 Live“, als Poetry-Slammerin und Autorin („Alte weiße Männer“). Für viele ist sie die kluge und witzige Stimme einer jungen Generation, die sich nicht so schnell unterkriegen lässt. Eine Generation, die von vielem genug hat.

Bei Joko und Klaas spricht Passmann etwa mit Entertainerin Palina Rojinski über all die „Dick Pics“ (Fotos vom männlichen Glied), die Rojinski ungefragt von Männern zugeschickt bekommt. Oder lässt Frauen erzählen, in welchen Outfits sie vergewaltigt wurden: lange Hose, schickes Kleid, als Kind im Pyjama. 

Auf dem sozialen Netzwerk Instagram sagt Passmann in einem Video, dass sie beim Dreh von „Männerwelten“ einen Kloß im Hals hatte. „Leute“ hätten ihr geschrieben, dass sie geweint haben.

Ob unter ihnen welche sind, die gerne „Dick Pics“ schicken, ist ungewiss. Aber vielleicht werden sie jetzt erreicht. Wenn Frau Passmann beweist: Das ist Alltag und sollte schnellstens aufhören!