+++23:31 Uhr: Massenschlägerei in Unterkunft+++

Bei einer Massenschlägerei in einer Flüchtlingsunterkunft in Hamburg sind am Dienstag fünf Menschen verletzt worden. An den Auseinandersetzungen seien etwa 60 Afghanen und Albaner beteiligt gewesen, wie die Polizei am Abend mitteilte. Ein Flüchtling wurde demnach durch einen Messerstich am Arm verletzt und musste ins Krankenhaus gebracht werden. Drei Menschen wurden laut Polizei vorübergehend festgenommen. In dem Erstaufnahmezentrum kehrte demnach am Abend wieder Ruhe ein. In den vergangenen Tagen war es wiederholt zu Zusammenstößen in Flüchtlingsunterkünften gekommen. Angesichts der hohen Flüchtlingszahlen wird oft die Enge bei der Unterbringung von Menschen unterschiedlicher Herkunft für die Spannungen verantwortlich gemacht.

+++19:53 Uhr: EU beginnt mit der Umverteilung von Flüchtlingen+++

Die EU will noch in dieser Woche mit der umstrittenen Umverteilung zehntausender Flüchtlinge innerhalb ihrer Mitgliedstaaten beginnen. Wie die EU-Kommission am Dienstagabend mitteilte, soll die Umverteilung am Freitag mit einer Gruppe von Flüchtlingen aus Eritrea starten, die von Italien nach Schweden gebracht werden sollen. EU-Kreisen zufolge soll am Morgen ein Flugzeug von Rom starten. Die bereits im Sommer vereinbarte Umverteilung von insgesamt 40.000 Schutzsuchenden in der EU war im September offiziell von den EU-Innenministern beschlossen worden. Dabei geht es um Flüchtlinge, die von Griechenland und Italien in andere Länder gebracht werden sollen. Die Asylsuchenden werden aber nur auf freiwilliger Basis von anderen EU-Staaten aufgenommen. Wieviele Eritreer am Freitag nach Schweden gebracht werden sollen, blieb zunächst unklar. Das Land hatte sich aber im Sommer bereit erklärt, 821 Flüchtlinge aus Italien und 548 aus Griechenland aufzunehmen.

+++19:22 Uhr: Oxfam-Bericht: Hilfe für syrische Flüchtlinge völlig unzureichend+++
Die Unterstützung der Weltgemeinschaft für Vertriebene des syrischen Bürgerkriegs bleibt Flüchtlingshelfern zufolge weit hinter dem tatsächlichen Bedarf zurück. Das von reicheren Staaten bereitgestellte Hilfsgeld reiche längst nicht aus, um Flüchtlingen ein Leben in Würde und Sicherheit zu gewährleisten, heißt es in einem am Mittwoch in Berlin veröffentlichten Bericht der Organisation Oxfam.

Auch die dauerhafte Neuansiedlung in einem zur Aufnahme bereiten Drittland sei bislang lediglich 17 000 besonders schutzbedürftigen Menschen ermöglicht worden.
Deutschland leiste im internationalen Vergleich zwar viel, erklärte der für die Bundesrepublik zuständige Oxfam-Kampagnenleiter Jörn Kalinski. Allerdings könne das Land gemessen an seiner Wirtschaftskraft noch mehr tun für die Nothilfe in Syrien und den Nachbarländern.

Besonders vernichtend fällt das Oxfam-Urteil über Russland und Frankreich aus, die beide keinen „gerechten Anteil“ der Hilfe übernähmen. Andere Länder wie Großbritannien, die USA und Kuwait würden zwar relativ viel Geld zur Verfügung stellen, sich bei der Aufnahme von Flüchtlingen aber stark zurückhalten.

+++17:40 Uhr: Merkel macht Kanzleramtschef Altmaier zum Flüchtlingskoordinator+++

Kanzlerin Angela Merkel will ihren Amtschef Peter Altmaier (beide CDU) zum Gesamtkoordinator zur Bewältigung des Flüchtlingsandrangs machen. Das geht aus einer Vorlage hervor, die an diesem Mittwoch im Kabinett beschlossen werden soll und der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vorlag. Zuerst hatte „Spiegel Online“ über den Vorstoß berichtet. Dessen ständiger Vertreter soll der im Kanzleramt für die Bund-Länder-Koordinierung zuständige Staatsminister Helge Braun (CDU) werden. Zur Unterstützung solle im Kanzleramt zudem ein eigener Stab „Flüchtlingspolitik“ eingerichtet werden.

+++16:29 Uhr: Deutsche spenden weniger Geld für Flüchtlinge+++
Die Bereitschaft zu Geldspenden für Flüchtlinge in Deutschland ist nach Angaben eines großen Hilfsbündnisses rückläufig. „Anfang September hatten wir noch mehrere tausend Buchungen - 6000 oder sogar fast 7000 pro Tag. Ende September waren es nur noch täglich rund 600 Buchungen“, sagte Sprecherin Birte Steigert von der „Aktion Deutschland hilft“ am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. Auch die Anfragen zu ehrenamtlicher Arbeit oder Sachspenden seien rückläufig. Andere Organisationen wie etwa die Caritas oder die Diakonie berichten hingegen von einer nach wie vor großen und zum Teil gar steigenden Hilfsbereitschaft sowie vielen Sachspenden.

+++15:33 Uhr: Internet-Bestellungen aus Aufnahmestelle blieben unbezahlt+++
Waren im Wert von mindestens 120 000 Euro sollen Bewohner der zentralen saarländischen Flüchtlings-Aufnahmestelle Lebach über das Internet bestellt, aber nicht bezahlt haben. Die Staatsanwaltschaft Saarbrücken bestätigte am Dienstag Ermittlungen wegen des Verdachts des Betruges. Zuvor hatte bereits das „Handelsblatt“ über die Ermittlungen nach einer Strafanzeige des Online-Modehändlers Zalando berichtet.

Nach dem bisherigen Stand gingen zwischen Juni 2014 und Juni 2015 insgesamt 962 Bestellungen aus dem Raum Lebach bei Zalando ein und wurden auf Rechnung ausgeliefert. Von diesen wurden bis Mitte Juni dieses Jahres 627 nicht bezahlt. Diese Bestellungen von hochwertigen Schuhen, Kleidung und Koffern sollen fast ausschließlich in die Aufnahmestelle geschickt worden sein. Laut eines Sprechers der Staatsanwaltschaft sind einige Beschuldigte schon wieder ausgereist. Nach Angaben eines Zalando-Sprechers handelt es sich aus Sicht des Unternehmens nicht um ein spezielles Flüchtlingsproblem. Man habe zeitweise generell größere Schwierigkeiten mit Bezahlungen gehabt und flächendeckend Betrugsfälle verzeichnet.

+++13:46 Uhr: Stiftung rechnet mit 50.000 Flüchtlingen an den Unis+++

Universitäten und Hochschulpolitiker in Deutschland müssen sich nach Expertenschätzung dieses Jahr auf bis zu 50 000 studierwillige Flüchtlinge einstellen. Für diese Asylsuchenden aus Krisenländern wie Syrien, Afghanistan oder Eritrea müssten der Zugang zu Sprachkursen, die durchgehende Finanzierung des Lebensunterhaltes etwa über Bafög oder das Asylbewerberleistungsgesetz sowie neue Studienplätze gewährleistet werden.Wie Jürgen Zöllner, Vorstandsmitglied der Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) und ehemaliger SPD-Wissenschaftsminister in Rheinland-Pfalz, am Dienstag in Berlin sagte, sind vollständig fehlende Unterlagen bei Flüchtlingen, die studieren wollen, ein besonderes Problem. Beim Nachweis der Hochschulzugangsberechtigung dieser Menschen gebe es Klärungsbedarf in der Kultusministerkonferenz (KMK) der Bundesländer.

+++13:12 Uhr: Flüchtling beging offenbar Suizid+++

Nach dem Tod eines 29-Jährigen aus Eritrea in einer Asylbewerberunterkunft im thüringischen Saalfeld schließt die Polizei ein Verbrechen aus. Die Ermittler gehen davon aus, dass der Mann selbst Feuer gelegt und sich das Leben genommen hat. „Es gibt keine Spuren einer äußeren Gewalteinwirkung am Leichnam“, teilte Polizeisprecherin Heidi Sonnenschmidt am Dienstag nach einer ersten rechtsmedizinischen Untersuchung mit. Demnach sei der Asylbewerber an einer Rauchvergiftung gestorben. Das Zimmer sei beim Ausbruch des Feuers verriegelt gewesen. Der Brand war am späten Montagnachmittag ausgebrochen.

+++10:32 Uhr: Ermittlungen nach Leichenfund bei Brand in Asylbewerberheim+++

Nach einem Brand in einer Asylbewerberunterkunft in Saalfeld mit einem Toten soll an diesem Dienstag die Leiche obduziert werden. Laut Polizei muss neben der genauen Todesursache die Identität des Mannes noch abschließend geklärt werden. Die Ermittler vermuten, dass es sich bei dem Toten um einen 29 Jahre alten Eritreer handelt. Hinweise auf einen Brandanschlag gibt es laut Polizei bislang nicht. Die Ursache für das Feuer ist noch unklar.

+++10:14 Uhr: Erneut mehr als 1800 Flüchtlinge aus dem Mittelmeer gerettet +++

Aus dem Mittelmeer sind am Montag erneut mehr als 1800 Flüchtlinge gerettet worden, die sich auf den gefährlichen Weg nach Europa gemacht hatten. Die Menschen seien bei insgesamt sechs Einsätzen vor der libyschen Küste von ihren vom Kentern bedrohten Booten geholt worden, teilte die italienische Küstenwache am späten Abend mit. Insgesamt seien 1830 Menschen gerettet worden. Seit Jahresbeginn wagten nach UN-Angaben mehr als 500.000 Flüchtlinge die gefährliche Fahrt über das Mittelmeer. Rund 3000 Menschen starben dabei.

+++09:52 Uhr: Joko Winterscheidt äußert sich zu Fremdenhass+++

Moderator Joko Winterscheidt (36, „Circus Halligalli“) hat sich erneut gegen Fremdenhass gewandt. „Macht euch schlau und erspart mir eure hetzerischen Mails und bitte entfolgt mich“, schrieb er am Montag auf seiner Facebook-Seite. „Wenn ihr kein Verständnis für Menschen in Not aufbringen könnt, will ich mit euch nichts zu tun haben...“ Etliche Nutzer hatten kritisiert, dass Winterscheidt auf seinem Profilbild einen Pappkarton in den Händen hält mit der Aufschrift: „Jeder hat das Recht auf Asyl.“ Dazu schrieb der 36-Jährige: „Mein Profilfoto bleibt. Da könnt ihr noch so viele Hassmails schreiben!“ Zusammen mit Entertainer-Kollege Klaas Heufer-Umlauf (32) hatte sich Winterscheidt schon Ende August in einem Film auf Youtube gegen Fremdenfeindlichkeit gewandt.

+++ 08:47 Uhr: Ministerpräsident fordert klares Signal von Merkel+++

In der Debatte um Grenzen der Flüchtlingsaufnahme hat Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) ein klares Signal von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gefordert. „Die Kanzlerin muss Wege aufzeigen, um die hohen Flüchtlingszahlen zu verringern“, sagte Woidke der in Düsseldorf erscheinenden „Rheinischen Post“ (Dienstagausgabe). Das Asylrecht kenne zwar keine Obergrenzen. „Bei der Belastbarkeit der Länder und Kommunen gibt es aber faktische Grenzen und denen nähern wir uns rasant“, warnte Woidke. Der Bund habe die Verantwortung und müsse endlich handeln, sagte Brandenburgs Landeschef. Zuvor hatte unter anderem SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann ein klares Signal der Kanzlerin zu den Grenzen der Aufnahmekapazitäten verlangt.

+++07:20: Schwesig rechnet mit massivem Nachzug von Flüchtlingsfamilien +++

Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig erwartet, dass den in Deutschland eingetroffenen Flüchtlingen zahlreiche Angehörige folgen werden. „Wir rechnen damit, dass sehr viele Frauen und Kinder nachkommen“, sagte die SPD-Politikerin. Schwesig forderte, bei allen Maßnahmen zum Schutz, zur Versorgung und zur Integration müssten Frauen und Kinder Vorrang haben. Es sei zudem „unabdingbar, dass das Thema der Gleichberechtigung von Frauen und Männern ein Schwerpunkt ist in den Integrationskursen“.

+++06:05: Gewalt gegen Sicherheitskräfte+++

In den Asylbewerber-Unterkünften in Deutschland kommt es immer öfter zu Gewalt gegen Sicherheitskräfte. Die Zahl der „Konfrontationsunfälle“ von Sicherheitsleuten in Flüchtlingsunterkünften habe in den ersten sieben Monaten dieses Jahres im Vergleich zum gesamten Vorjahr um 70 Prozent zugenommen, sagte der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Sicherheitswirtschaft (BDSW), Harald Olschok, der „Welt“ (Dienstagsausgabe). Dies habe eine Auswertung der gesetzlichen Unfallversicherung für den Verband ergeben.

+++21:39 Uhr: Leiche nach Brand in Asylbewerberunterkunft gefunden+++

Nach einem Brand in einem Asylbewerberheim in Saalfeld (Kreis Saalfeld-Rudolstadt/Thüringen) ist eine Leiche gefunden worden. Das teilte die Polizei in Erfurt mit. Die Todesursache und Identität des oder der Toten waren zunächst unklar. Die Brandursache sei noch unklar, sagte ein Polizeisprecher. Eine Polizeisprecherin ergänzte später, es gebe derzeit keine Hinweise auf einen Brandanschlag. Die Ermittlungen liefen.

Laut MDR Thüringen lag die betroffene Unterkunft im Stadtteil Beulwitz. Das Feuer wurde nach Angaben einer Polizeisprecherin bis zum Montagabend gelöscht, wann es gemeldet wurde, konnte sie zunächst nicht angeben.

+++20:55 Uhr: Distanzierte Partnerschaft mit der Türkei+++

Während die Beitrittsgespräche mit der Türkei stocken, entdeckt die EU bei der Bewältigung der Flüchtlingskrise die Türkei wieder als Partner. Ein schwieriges Verhältnis. Ein Artikel von unserem Korrespondenten Peter Riesbeck.

(mit dpa, rtr, afp)

Die Ereignisse vom Vortag in der aktuellen Flüchtlingskrise lesen Sie hier.