Spanien hat seine Corona-Todeszahlen korrigiert.
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MadridDie spanische Regierung hat die Zahl der Corona-Toten am Freitag deutlich nach oben korrigiert auf nun 28.313 Todesfälle. Im Vergleich zum Mai sei die Zahl der täglichen Corona-Todesfälle im Juni aber deutlich zurückgegangen auf zuletzt zwei Tote am Mittwoch, wie das Gesundheitsministerium in Madrid mitteilte. Zuvor war die Veröffentlichung der Todes-Zahlen aufgrund einer Umstellung der Datenerhebung für zwölf Tage ausgesetzt gewesen. Anfang Juni war die Gesamtzahl der Corona-Toten noch mit 27.136 angegeben worden.

Ende Mai hatte die Regierung ihre Erhebungsmethode geändert und die zuständigen Regionen gebeten, die Todesfälle einzeln und mit Datum anzugeben. Am 7. Juni stoppte die Regierung dann die Veröffentlichung der Zahlen wegen Ungereimtheiten. Das „Einfrieren“ der Zahlen habe zu „einigen Kontroversen“ geführt, räumte der Chef-Epidemiologe des Gesundheitsministeriums, Fernando Simón, ein, wie die Nachrichtenagentur AFP berichtet. Der Regierung wurde „Desinformation“ vorgeworfen. Der Schritt sei aber nötig gewesen, um alle registrierten Fälle zu erfassen, sagte Simón. Nach wie vor fehlen in der Statistik jedoch Daten von Menschen, die in Altersheimen an Corona gestorben sind.

Weil die Zahl der Toten in Spanien ab Mitte März um 43.000 über der Zahl im Vorjahreszeitraum lag, wirft die konservative und rechtsextreme Opposition der sozialistischen Regierung vor, die offiziellen Corona-Todeszahlen zu verschleiern. Simón hob nun hervor, es gebe keinen Hinweis auf das Coronavirus als Todesursache bei den rund 15.000 zusätzlich Verstorbenen.

Den aktualisierten Corona-Todeszahlen zufolge waren am Mittwoch nur noch zwei Corona-Tote in Spanien gemeldet worden, am Dienstag fünf und am Montag sieben. Mitte Mai waren noch zwischen 50 und hundert Corona-Tote pro Tag registriert worden, Anfang April waren es 950 gewesen. „Die Epidemie ist unter Kontrolle“, sagte Simón. Spanien ist eines der am stärksten von der Corona-Pandemie betroffenen Länder Europas.