Spanien, Bizkaia: Menschen sind am Strand La Arena unterwegs. Nach einer mehr als zweimonatigen Zwangsschließung wegen der Corona-Pandemie ist es wieder erlaubt, am Strand zu spazieren und im Meer zu schwimmen, nicht aber in der Sonne zu liegen.
Foto: Europa Press/dpa

BerlinNach wochenlangen Ausgehbeschränkungen und Betriebsschließungen wegen der Corona-Pandemie setzen viele Länder jetzt auf immer mehr Lockerungen. Ein Überblick:

Türkei: Die Reisebeschränkungen für die Millionenmetropole Istanbul und 14 weitere Provinzen sind am Montag aufgehoben worden. Die Einwohner durften ihre Region damit das erste Mal seit Anfang April wieder verlassen. Inlandsflüge konnten am Montag wieder starten, und Restaurants, Cafés und Sportanlagen sowie der Große Basar in Istanbul unter Auflagen wieder öffnen. Die Türkei steht nach Fallzahlen laut US-Universität Johns Hopkins auf Platz elf weltweit.

Russland: Trotz steigender Infektionszahlen hat auch Russland seine Corona-Maßnahmen am Montag gelockert. Nach mehr als zwei Monaten strenger Ausgangssperren durften die Bewohner von Moskau – Europas größter Stadt – an einzelnen Tagen wieder spazieren gehen und stundenweise Sport treiben. Allerdings muss dafür nun auch im Freien Mund- und Nasenschutz getragen werden. Geschäfte durften teils wieder öffnen. Russland ist nach den USA und Brasilien das am stärksten betroffene Land weltweit.

Spanien: Ministerpräsident Pedro Sánchez will den umstrittenen Notstand zur Eindämmung der Pandemie bis zum 20. Juni verlängern, wie er am Sonntag sagte. Es werde eine „abgeschwächte Form“ des Notstands sein. Über den Antrag wollte das Parlament am Mittwoch abstimmen. Es gelten weiterhin strenge Ausgehbeschränkungen, die seit wenigen Wochen langsam gelockert werden. Spanien will im Rahmen eines Pilotprojekts allerdings bereits vor Juli wieder deutsche, französische und skandinavische Touristen ins Land lassen. Das Pilotprojekt solle nach derzeitigem Stand die Inselgruppen der Balearen und der Kanaren umfassen, teilte das Tourismusministerium am Samstag in Madrid mit. Dort könnten die derzeit geltenden Einreisebeschränkungen bereits ab dem 22. Juni gelockert werden. Mit mehr als 27.000 Toten und rund 240.000 Infektionsfällen ist Spanien eines der von der Pandemie am schwersten betroffenen Länder.

Israel: In der Jerusalemer Altstadt wurde am Sonntag der Tempelberg (Al-Haram al-Scharif/Das edle Heiligtum) wieder geöffnet. Hunderte Muslime besuchten die heilige Stätte nach Medienberichten. Experten befürchten angesichts eines Anstiegs von Neuinfektionen eine zweite Erkrankungswelle. Mehrere Schulen wurden geschlossen, nachdem dort mehr als 100 Schüler und Lehrkräfte infiziert worden waren. Vor einem Monat hatte die schrittweise Öffnung von Schulen begonnen. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu mahnte mehr Disziplin der Bürger an.

Schweden: Das Land, das in Europa einen Sonderweg ohne größere Ausgangssperren und Betriebsschließungen gegangen war, verzeichnete am Sonntag erstmals seit März innerhalb von 24 Stunden keinen neuen Todesfall im Zusammenhang mit dem Coronavirus. Insgesamt starben infolge der Pandemie seit dem 11. März nach Behördenangaben annähernd 4400 Menschen. Etwa 37.500 Menschen haben sich infiziert. Die relativ hohe Zahl - gemessen an zehn Millionen Einwohnern - sei vor allem auf Infektionen in Pflegeheimen zurückzuführen, heißt es.

Südafrika: Hier gab es Freudentänze und lange Schlangen, weil nach gut zweimonatigem Alkoholverbot im Rahmen der Corona-Restriktionen am Montag der Verkaufsbann für Wein, Bier und Schnaps aufgehoben wurde. Die meisten Bereiche der Wirtschaft werden ebenso wie die Schulen wieder vorsichtig geöffnet.