Berlin - Alle warten auf Sigmar Gabriel. Doch plötzlich steht nicht der Außenminister, sondern SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz im Pressefoyer des Auswärtigen Amtes. Schulz hat den Raum durch denselben Eingang betreten, den zuvor die Journalisten genommen haben. Dann bahnt er sich seinen Weg durch die Wartenden, um in einem dahinter liegenden Zimmer mit dem Minister zu sprechen.

Mehr als 20 Minuten später schreiten Gabriel und Schulz Seite an Seite in den Raum. Die beiden umarmen sich kurz. Dann geht Gabriel ans Rednerpult, Schulz verschwindet. Gabriel setzt seine Brille auf und rückt mit beiden Händen die kleinen Zettel vor sich zurecht. Der Außenminister spricht über den deutschen Menschenrechtler Peter Steudtner, der in der Türkei wegen angeblicher Terrorunterstützung in Untersuchungshaft sitzt. „Die Vorwürfe sind offensichtlich unbegründet und an den Haaren herbeigezogen“, sagt Gabriel mit tiefer, ernster Stimme. Und wenige Minuten später folgt – nach einer Beschreibung der Vielzahl von Problemen mit der Türkei – fast beiläufig, der entscheidende Satz: „Wir müssen deshalb zu einer Neuausrichtung unserer Türkei-Politik kommen.“

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