SPD-Chef Norbert Walter-Borjans.
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MünchenSPD-Chef Norbert Walter-Borjans hat enge Grenzen für Wochenendarbeit gefordert. „Die Erwartungen der Konsumgesellschaft an die Verfügbarkeit menschlicher Arbeit rund um die Uhr haben ein Ausmaß angenommen, das ein Umdenken dringend notwendig macht“, sagte der SPD-Vorsitzende der „Süddeutschen Zeitung“ (Montagsausgabe).

Die Forderung der SPD sei klar: Wochenendarbeit müsse strikte Ausnahme bleiben und dürfe nicht zur Regel werden. Da, wo sie unumgänglich sei, müsse sie hoch vergütet werden.

Die SPD fordert ein Recht auf Homeoffice und auf Nichterreichbarkeit: „Es wird Zeit, dass die Digitalisierung nicht mehr nur dem Arbeitgeber nutzt, sondern auch den Menschen hilft“, sagte Walter-Borjans. „Das ist eine Sache des Gesetzgebers, aber auch der Erwartungshaltung jeder und jedes Einzelnen.“

Einige Bereiche am Wochenende unverzichtbar

Auf Vieles könne die Gesellschaft gleichwohl auch an Wochenenden nicht verzichten. Etwa auf Polizei, medizinische Notfallversorgung, Kultur und Gastronomie.

Karl-Josef Laumann, Chef des CDU-Arbeitnehmerflügels, sagte der „SZ“, dass wieder restriktiver mit Genehmigungen für Sonntagsarbeit in Bereichen umgegangen werde, in denen diese nicht zwingend notwendig sei.

Nur zur besseren Kapazitätsauslastung oder um zum Beispiel im Onlinehandel Bestellungen schneller zuzustellen, dürfe der verfassungsrechtliche Sonntagsschutz nicht ausgehebelt werden, sagte Nordrhein-Westfalens Arbeitsminister. Im Gesundheits- und Pflegebereich gebe es hingegen derzeit einen Stellenzuwachs „und damit eine gerechtfertigte Zunahme der Sonntagsarbeit“.