Berlin - Burkhard Blienert soll helfen, eine neue Drogenpolitik umzusetzen. Der 55-Jährige wurde am Mittwoch auf Vorschlag von Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) vom Kabinett als Drogenbeauftragter der Bundesregierung bestätigt. Die Personalie könnte mit dazu beitragen, dass es Cannabis bald offiziell zu kaufen gibt.

Blienert ist Verfechter der Legalisierung von Cannabis, wie es die Ampel-Koalition in ihrem Koalitionsvertrag festlegte. Darin ist von einer kontrollierten Abgabe von Cannabis an Erwachsene in lizenzierten Geschäften die Rede. Dadurch würden „die Qualität kontrolliert, die Weitergabe verunreinigter Substanzen verhindert und der Jugendschutz gewährleistet“, heißt es.

Burkhard Blienert, der verheiratet ist und zwei Kinder hat, ist ein klassisches SPD-Gewächs: Nach dem Zivildienst beim Awo-Kreisverband Paderborn und dem Magisterabschluss in Politik, Neuerer Geschichte und Soziologie folgten Funktionen in der Partei. Er war unter anderem Referent im Büro des damaligen Vorsitzenden Franz Müntefering, Referent für Schule und Sport bei der Landtagsfraktion Nordrhein-Westfalen und Kreisvorsitzender in Paderborn. Von 2013 bis 2017 war er als Direktkandidat im Bundestag und drogenpolitischer Sprecher seiner Fraktion. 2021 zog er dann erneut in den Bundestag ein.

Schon in seiner ersten Zeit im Bundestag setzte er sich für eine Freigabe von Cannabis ein. Allein Cannabis mache auf dem Schwarzmarkt mehrere Milliarden Euro jedes Jahr aus, wobei das Geld in Strukturen der Organisierten Kriminalität versickere, begründet er. Ihm liege viel daran, Verbraucher vor Gesundheitsschäden, juristischen und gesellschaftlichen Stigmatisierungen zu schützen.

Bei seinem Kurs muss er mit Gegenwind von Ärzten rechnen, die auf die Gefahren von Cannabis, vor allem für Jugendliche, hinweisen. Und Polizisten bezweifeln, dass der Schwarzmarkt durch eine Legalisierung der Droge ausgetrocknet wird.