Spionage Verdacht: Berliner Reporter Billy Six in Venezuela inhaftiert

Der in Berlin geborene Journalist Billy Six (32) sitzt seit sechs Wochen in einem Gefängnis in Venezuela. Ihm werden Spionage und Rebellion vorgeworfen. Die Organisation Reporter ohne Grenzen (ROG) fordert jetzt seine Freilassung.

„Die Vorwürfe sind hanebüchen, in keiner Weise belegt“, sagt ROG-Vorstandssprecher Michael Rediske. Nach seinen Erkenntnissen ist Six wegen seiner Recherchen in Venezuela verhaftet worden. „Es ist ein gängiges Mittel autoritärer Regime, recherchierende Journalisten der Spionage zu bezichtigen“, sagt Rediske.

Billy Six drohen 28 Jahre Haft

Laut der Facebook-Seite „Freebillysix“ wurde der Journalist bereits am 17. November in Venezuela festgenommen, er soll in einem Gefängnis des Geheimdienstes Sebin festgehalten werden. Im Falle einer Verurteilung durch ein Militärtribunal würden Six bis zu 28 Jahre Haft drohen. Der Journalist war zeitweise im Hungerstreik, berichtet die venezolanische Nichtregierungsorganisation Espacio Público. Nach eigenen Angaben leidet Six an Dengue-Fieber.

Seit Tagen wird bereits in den sozialen Netzwerken die Freilassung des Reporters gefordert, der mehrfach für die rechtskonservative Wochenzeitung „Junge Freiheit“ geschrieben hat. Dem Aufruf hat sich auch der Reporter Deniz Yücel angeschlossen, der ein Jahr in einem türkischen Gefängnis saß. Das Auswärtige Amt erklärte, man stehe mit den venezolanischen Behörden in Kontakt, schöpfe alle diplomatischen Möglichkeiten aus. (BLZ/dpa)