Vor allem in kleineren Gemeinden lassen sich kaum Kandidaten finden. 
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BerlinDer Deutsche Städte- und Gemeindebund (DStGB) beklagt, dass die Suche nach Bürgermeister-Kandidaten in kleinen Gemeinden immer schwieriger wird. Die Herausforderungen würden größer, das gesellschaftliche Klima werde rauer, persönliche Attacken und Hassmails nähmen zu, sagte ein Sprecher des kommunalen Spitzenverbands.

Bürgermeister sind nach Einschätzung des kommunalen Spitzenverbandes neben dem Tagesgeschäft mehr und mehr Krisenmanager, zugleich werden die rechtlichen Anforderungen zunehmend komplizierter. Bürger seien immer weniger bereit, Entscheidungen zu akzeptieren, sondern wollten ihr vermeintliches Recht mit Anwalt oder Bürgerinitiative durchsetzen, sagte der Sprecher.

Zudem nehmen persönliche Attacken auf Bürgermeister zu. In einer Umfrage in der DStGB-Zeitschrift „Kommunal“ gaben 20,4 Prozent der mehr als 1000 befragten Ortsoberhäupter an, Hassmails bekommen zu haben oder verbal bedroht worden zu sein. Fast zwei Prozent berichteten von körperlichen Angriffen. Vor eineinhalb Wochen hatte die Bürgermeisterin im sächsischen Arnsdorf nach monatelanger Hetze ihre vorzeitige Versetzung in den Ruhestand beantragt.

In größeren Städten gibt es laut DStGB keinen Mangel an Kandidaten. Betroffen seien vor allem Kommunen, in denen der Posten ein echtes Ehrenamt sei, sagte der Sprecher. Dass sich gar kein Kandidat finde, komme aber selten vor.